
Als am Donnerstag der Regierungspräsident im Wege eines Amtshilfeersuchens darum bat, kurzfristig Flüchtlinge in Iserlohn aufzunehmen, unterbrach Ahrens seinen Urlaub und kehrte nach Iserlohn zurück. Bei seinem Eintreffen im Rathaus hatte der Krisenstab unter der Leitung der Ersten Beigeordneten Katrin Brenner bereits alle Maßnahmen für die Unterbringung der Flüchtlinge organisiert und vorbereitet, von der Beschaffung der notwendigen Betten, Bettzeug, Grundausstattung mit Hygieneartikeln über die Nahrungs- und ärztliche Versorgung bis hin zu Sicherheitsdienst und Dolmetscher. Zur Unterrichtung der Nachbarschaft wurde ein Informationsbrief vorbereitet, der gestern Morgen verteilt wurde. Bei der Standortwahl für die Unterkunft galt es sehr sorgfältig zu überlegen und zu prüfen, wo so kurzfristig um die 150 Menschen untergebracht werden können. Dabei waren nicht nur die erforderlichen Räumlichkeiten zu bedenken, sondern auch die notwendige Infrastruktur wie sanitäre Einrichtungen und Essensversorgung sowie Rathaus- und Krankenhausnähe. Letztlich fiel die Entscheidung auf den Standort Almelo-Sporthalle.
Die wurde seit gestern Morgen unter der Regie von Ordnungsamtsleiterin Angela Schunke und mit Unterstützung zahlreicher städtischer Stellen, SIH, KIM, Feuerwehr sowie der freiwilligen Feuerwehr in einem echten Kraftakt als Notunterkunft hergerichtet. Besonders erfreulich dabei war, dass auch rund dreißig Asylbewerber aus bereits bestehenden Asylunterkünften spontan ihre Hilfe anboten und kräftig mit anpackten.
Nachdem die Stadt zunächst keinerlei Informationen darüber hatte, wie viele Frauen, Männer und Kinder unter den Flüchtlingen sein werden und aus welchen Ländern sie kommen, kam am Nachmittag die Mitteilung, dass es sich ausschließlich um syrische Flüchtlinge handeln werde, die gegen 19 Uhr eintreffen würden.
Im Laufe des Tages kamen immer mehr Menschen zur Almelo-Halle, die bei der Ankunft der Flüchtlinge die Stadt bei der Betreuung unterstützen wollten. Darunter waren rund zwanzig Freiwillige aus der Stadtverwaltung, Vertreter der Parteien, des Flüchtlingsnetzwerkes, der Diakonie, aus Kirchengemeinden, muslimischen Glaubensgemeinschaften und anderen Organisationen, aber auch ganz spontan Menschen aus der Umgebung, die ihre neuen Nachbarn begrüßen und einfach mithelfen wollten.
Und das war auch gut so, denn als die Flüchtlinge eintrafen, wurde jede Hand gebraucht. Zunächst wurden die Personalien aufgenommen. Anschließend bekamen die Flüchtlinge, die in Kleingruppen von jeweils zwei bis drei Helfern betreut wurden, ein Taschengeld. Dann brachten die Betreuer die Menschen zur ärztlichen Untersuchung. Danach gab es die Erstausstattung und schließlich wurde ihnen ihr Schlafplatz gezeigt, bevor es das Abendessen gab.
Letztlich hat Angela Schunke mit ihren Mitarbeitern die Unterkunft gegen 23.30 Uhr verlassen. „Mit vereinten Kräften hat alles hervorragend geklappt“ freut sich Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, der gestern während der Herrichtung der Halle mehrfach vor Ort war und natürlich am Abend die Flüchtlinge begrüßte.
Seit heute Morgen 8 Uhr sind die städtischen Mitarbeiter wieder vor Ort und auch etliche Ehrenamtliche sind bereits eingetroffen. Zunächst müssen die Neuankömmlinge zum Röntgen gebracht werden. Das ist eine Standard-Untersuchung, die bei der Erstaufnahme üblich ist. Anschließend steht Einkleiden auf dem Programm. Viele der Menschen haben nur das, was sie auf dem Leib tragen. Hier öffnet das Sozialzentrum Lichtblick heute seine Kleiderkammer. Für die Kinder hat die Stadt heute einen Clown zur Unterhaltung organisiert.
Wer die Flüchtlinge mit Sachspenden wie Kleidung oder Spielzeug unterstützen möchte, kann sich an das Sozialzentrum Lichtblick am Bilstein oder das DRK am Karnacksweg wenden. Wer sich bei der Betreuung engagieren möchte, kann sich an die Flüchtlingsberatung der Diakonie Mark-Ruhr wenden.
Die Stadt Iserlohn hat seit Donnerstag unter der Rufnummer 02371 / 217‑1234 ein Bürgertelefon eingerichtet, das an diesem Wochenende für Informationen und Fragen wie folgt besetzt ist:
Samstag, 25. Juli 2015: 12 bis 16 Uhr
Sonntag, 26. Juli 2015: 12 bis 16 Uhr
Für Donnerstag, 30. Juli, plant die Stadt Iserlohn eine Informationsveranstaltung vor allem für die Nachbarschaft rund um die Almelo-Halle. Zeit und Ort werden kurzfristig bekannt gegeben.
Soeben ist ganz aktuell die Mitteilung gekommen, dass voraussichtlich am Sonntag weitere 27 Flüchtlinge nach Iserlohn kommen werden, womit dann das angekündigte Kontingent von 150 Flüchtlingen erfüllt wäre.
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