Dienstag , 24 Februar 2026

Roosters-Sportchef Franz-David Fritzmeier: „Wir sind mit unserer Planung weit und arbeiten strukturiert“

Roosters Sportchef Franz-David Fritzmeier – © Sportfoto-Sale (MK)

Iserlohn. (PM Roosters) Franz-David Fritzmeier, Sportdirektor der Iserlohn Roosters äußert sich zum bisherigen Saisonverlauf und zum Restart nach der Olympiapause.

Franz, wenn Du die Saison bislang einordnest: Was war gut, was war weniger gut?

Man muss alles immer in Relation sehen. Unsere oberste Priorität war es, eine Organisation zu schaffen, in der jeder jeden Tag alles für diesen Klub gibt. Das beginnt bei der täglichen Arbeit. Wir hatten viele neue Spieler, neue Trainer, viele neue Personen im Umfeld. Es ist uns gelungen, dass alle nicht nur gesagt haben, sie seien bereit, sondern es auch wirklich umgesetzt haben.

Wir haben über die gesamte Saison viele Spiele eng gestaltet, defensiv stabil gearbeitet und viel investiert. Uns hat insbesondere zu Saisonbeginn jedoch teilweise die Qualität in der Spitze gefehlt, um diese engen Spiele für uns zu entscheiden. Das lag nicht nur an individueller Qualität, sondern auch daran, dass wir lernen mussten, in entscheidenden Situationen noch konsequenter zu sein – vor allem vor dem Tor. In dieser Liga werden Fehler sofort bestraft.

Wichtig war, dass wir nie aufgehört haben zu arbeiten. Im Dezember hat man gesehen, dass sich dieser Prozess auszahlt. Vorher haben wir aus guten Leistungen teilweise zu wenig Punkte geholt, später haben wir auch einmal überperformt. Insgesamt hat sich eine Basis gebildet, auf der wir weiter aufbauen wollen.

Inwiefern beeinflusst Kritik aufgrund der ausbleibenden Ergebnisse die tägliche Arbeit?

Natürlich gibt es Kritik, wenn man viele Spiele verliert und unten drinsteht. Aber ein Prozess braucht seine Zeit, und dafür braucht man Stabilität und Konstanz. Für uns war immer klar, dass wir in dieser Liga bleiben werden, wenn wir so fokussiert weiterarbeiten. Es gab intern nie Panik oder Unsicherheit, auch wenn diese Unruhe sicherlich von vielen Seiten herangetragen wurde. Aber das bleibt in dieser Branche nicht aus, wenn die Ergebnisse nicht stimmen.

Und natürlich wurde und wird dauerhaft analysiert, was gut und was nicht so gut ist, um dann innerhalb unseres Prozesses an den entsprechenden Stellschrauben drehen zu können. Unser Headcoach Stefan Nyman hat es vor der Saison gesagt: Wir wollen jeden Tag ein bisschen besser werden und das ist uns Stand heute im Großen und Ganzen gelungen.

Wie schafft man es, die Nebengeräusche auszublenden?

Es war eine wichtige Grundlage, dass intern alle Beteiligten von unserem Weg überzeugt waren und sind: Wir wissen um unsere Möglichkeiten als kleiner Klub. Wir wollen uns verbessern und in der Tabelle weiter nach oben. Gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben. Es geht darum, eine stabile Rolle in dieser Liga zu spielen – sportlich wie strukturell. Wir sind auch ein Wirtschaftsunternehmen. Alle Bereiche müssen professionell arbeiten. Die Spieler stehen im Fokus, aber es betrifft die gesamte Organisation.

Die Liga ist stärker und enger geworden. Es gibt Spitzenmannschaften, die sich absetzen, aber insgesamt ist sie sehr intensiv und attraktiv. Unser Ziel ist es, diesen Standort langfristig in diesem Umfeld zu etablieren. Dabei haben wir mit unserer Tradition und dem emotionalen Umfeld sicherlich ein Faustpfand, aber wir müssen diese PS auch auf die Straße bekommen. Das gelingt nur, wenn alle Beteiligten gemeinsam nach vorne schauen und an einem Strang ziehen.

Wie lief die Zusammenarbeit mit dem Trainerteam in der schwierigen Phase nach dem guten Start?

Die Zusammenarbeit war vom ersten Tag an so, wie wir uns das vorgestellt haben und hat sich auch nicht geändert, was ganz wichtig ist und auch für die Qualität der Arbeit in diesem Bereich spricht: Die Kommunikation war immer intensiv – mit Trainern, Spielern und Staff. Der Trainer hat von Anfang an Dinge eingefordert, die uns teilweise noch gefehlt haben, zum Beispiel Präsenz vor dem Tor und konsequentes Auftreten. Das braucht Zeit.

Wenn man viele enge Spiele verliert, ist das belastend. Aber wir haben ruhig gearbeitet. Es gab keine Hektik, keine Schnellschüsse. Wir haben punktuell ergänzt, wo es sinnvoll war. Die Trainer haben nie Forderungen gestellt. Es ging immer darum, mit den vorhandenen Mitteln das Maximum herauszuholen und nur dann nachzusteuern, wenn es verantwortbar war.

Die größte Stärke war unsere Stabilität. Niemand hat Dinge grundsätzlich infrage gestellt. Wir haben als Gemeinschaft daran gearbeitet, stabil zu bleiben.

War das Spiel in Dresden der Knotenlöser? Oder anders formuliert – wäre bei einer Niederlage dort vieles anders gelaufen?

Es war ein wichtiger Moment, aber kein einzelner Wendepunkt. Der Prozess hatte vorher begonnen. Ich habe auch gesagt: Wenn wir danach vier Spiele verlieren, ist dieses Spiel nichts mehr wert.

Natürlich war es wichtig, ein solches Statement zu setzen. Aber die Grundlage wurde vorher gelegt. Interessant war: In einem Spiel zuvor, das wir 0:4 verloren haben, waren wir gegen Mannheim in allen statistischen Belangen besser als in Dresden. Statistik relativiert vieles. In Dresden haben wir es dann konsequent umgesetzt – wir waren vor dem Tor präsent, hungrig, entschlossen. Das ist das Ergebnis von Arbeit, nicht von einem einzigen Spiel. Und sicherlich gab es in der Saison auch einige Spiele, wo uns das nicht gelungen ist und wir verdient verloren haben – auch daraus müssen wir lernen und wie gesagt insgesamt jeden Tag ein bisschen besser werden.

Welche Rolle spielten die Nachverpflichtungen?

Sie waren sehr wichtig, um diesen kleinen Schritt zu machen, der noch fehlte, damit wir uns konstant belohnen. Lua Niehus hat uns sehr geholfen, eine stabile Top-6-Konstellation in der Defensive zu bilden. Das war ein bedeutender Faktor – und der Junge ist 19 Jahre alt. Anthony Camara hat noch ein wenig Zeit gebraucht, aber direkt Energie reingebracht. Es hat uns nicht überrascht, dass er dann auch seinen Scoring-Touch gefunden hat.

Maxi Eisenmenger war ebenfalls wichtig, vor allem im Unterzahlspiel und bei Bullys – er passt hervorragend in unser System und macht die kleinen Dinge richtig. Dadurch konnten wir andere Spieler entlasten. Es waren kleine Mosaiksteine, die in Summe einen Unterschied gemacht haben.


Jetzt stehen noch acht Spiele an. Blickt ihr eher nach unten oder nach oben?

Wir können nur unseren Job machen. Natürlich schaut man mit einem Auge auf die Tabelle, aber entscheidend ist, dass wir selbst liefern. Es gibt noch 24 Punkte, Dresden ist 23 Punkte hinter uns und wird uns nicht mehr einholen können. Unser Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich zu holen. Was die anderen machen, sehen wir dann.

Die Pause war speziell. Nach der intensiven Phase von Dezember bis Ende Januar waren viele Spieler körperlich und mental belastet. Jetzt geht es darum, die Balance zu finden: Regenerieren, aber gleichzeitig die Spannung hochhalten. Acht Spiele in drei Wochen sind ein Sprint. Es wird entscheidend sein, wer am besten aus dieser Pause kommt.

Inwiefern erleichtert die gesicherte Situation die Planung für die kommende Saison?

Sehr. Ich bin jetzt über ein Jahr hier. Als ich kam, war vieles kurzfristig. Jetzt konnten wir im Rahmen unserer Möglichkeiten normal planen, weil es nie ernsthafte Zweifel am Ligaverbleib gab. Das ist ein großer Unterschied.

Natürlich stehen andere Klubs in bestimmten Bereichen vor uns. Aber wir sind mit unserer Planung weit und arbeiten strukturiert. Wir wollen den Weg, den wir zu dieser Saison eingeschlagen haben, weitergehen und auch in der kommenden Saison stabil in dieser Liga mitspielen. Für uns alle ist es ein Privileg, jeden Tag zur Arbeit zu kommen und mit diesem Club in dieser hochklassigen Liga Eishockey zu spielen. Man darf dabei aber auch nie vergessen, dass das weniger denn je eine Selbstverständlichkeit ist und dass wir dazu im Optimalfall alle an einem Strang ziehen müssen.

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