
Essen. (PM TUSEM) 2422 Zuschauer sehen ein temporeiches und umkämpftes Ruhrgebietsduell.
Hagen führt phasenweise mit sieben Toren – und muss am Ende doch nochmal zittern.
Handball-Zweitligist TUSEM Essen hat am 23. Spieltag das Westderby gegen den VfL Eintracht Hagen verloren. Die Mannschaft von Cheftrainer Kenji Hövels unterlag den Grün-Gelben in eigener Halle mit 28:32 (12:14) und steht damit weiterhin auf dem 16. Tabellenplatz. Felix Mart war mit acht Toren erfolgreichster Essener Torschütze, auf Hagener Seite überzeugten Pierre Busch mit ebenfalls acht Treffern sowie Torhüter Pascal Bochmann mit 14 Paraden.
Seit 2021 hat Hagen nicht mehr in Essen gewonnen, eine schwarze Serie für die Mannschaft von Cheftrainer Pavel Prokopec, der selbst zwischen 2010 und 2012 für den TuSEM spielte. Seine Mannschaft begann mit Kutz, Pouya und von Boenigk im Rückraum, hatte im gebundenen Angriff aber zunächst Probleme. Der TUSEM stand in der Deckung nämlich sehr ordentlich und konnte früh Ballgewinne in sein Tempospiel ummünzen. Das Problem: Hagen-Keeper Pascal Bochmann war sofort auf Betriebstemperatur und nahm den Essenern gleich mal zwei freie Bälle weg. Ein Siebenmeter von Felix Mart brach schließlich den Bann, nach knapp sechs Minuten war der TuSEM auf der Anzeigetafel (1:2). Beide Abwehrreihen dominierten auch in der Folge, Essens Schlussmann Dominik Plaue konnte sich auch immer mal wieder auszeichnen. Der TuSEM rieb sich jedoch immer wieder an der Hagener Deckung auf, was der Tabellensechste nutzte, um sich in Minute 22 erstmals auf vier Tore abzusetzen (Tim Düren zum 6:10). Doch die Hövels-Sieben steckte nicht auf, kämpfte sich vor großartiger Kulisse zurück und konnte zur Halbzeit auf zwei Tore verkürzen.
Bei eigenem Anwurf sowie Überzahl stellte Mart zu Beginn des zweiten Durchgangs auf 13:14, Sekunden später auf 14:15. Bei Hagen war es vor allem Linus Kutz, der das Spiel an sich riss. Der junge Mittelmann spielte gerade im zweiten Durchgang bravourös auf und war ein emsiger Aktivposten im Spiel der Gäste. Bis zum 18:19 blieb das Spiel eng, ehe sich eine wohl verhängnisvolle Szene ereignete: TUSEM-Kapitän Max Neuhaus scheiterte aus der Nahdistanz an Pascal Bochmann, ließ somit den Ausgleich liegen, was Hagen mit einem anschließenden 1:7-Lauf umgehend bestrafte. Die Gäste waren effizient, taktisch variabel und bestraften jeden Essener Fehler gnadenlos. Minuten später drohte dem TuSEM beim 21:28 ein Debakel, der jedoch nicht aufsteckte und nochmal auf 24:28 verkürzen konnte. Vier Minuten vor Schluss traf Finn Wolfram gar zum 27:30, doch die Aufholjagd fand kein krönendes Ende. Ein Hagener Doppelpack durch Alves und von Boenigk ließ alle Essener Hoffnungen zerplatzen, Nils Homscheid erzielte mit dem 28:32 den letzten Treffer des Abends.
Auf der anschließenden Pressekonferenz hatten beide Trainer eine ähnliche Analyse für die vorangegangenen 60 Minuten parat. „Es war schön, einige bekannte Gesichter hier zu sehen. Die Stimmung war sehr gut, wie immer in Essen. Wir sind sehr glücklich, dass wir heute hier gewonnen haben. Wir haben unsere Sachen zwar nicht immer gut gemacht, haben aber am Ende die bessere Torwartleistung und machen weniger technische Fehler. Das hat dann in der Summe gereicht“, freute sich VfL-Trainer Pavel Prokopec über die zwei Punkte. „Glückwunsch an Pavel zum verdienten Sieg. Das Spiel ist schnell erzählt: Wir machen zu viele Fehler und verwerfen zu viele freie Bälle. In der Anfangsphase machen wir vieles richtig, dann kommt Hagen besser ins Spiel. Insgesamt hadern wir schon etwas mit dem Ergebnis, aber uns war bewusst, dass das eine schwere Aufgabe wird.“
Für den TUSEM steht nun das Auswärtsspiel beim TV Großwallstadt auf dem Programm. Anwurf in der Untermainhalle ist am kommenden Samstag (14. März) um 19:30 Uhr.
TUSEM Essen – VfL Eintracht Hagen 28:32 (12:14)
TUSEM Essen: Knaack (fünf Paraden, 42 Prozent), Plaue (sechs Paraden, 20 Prozent) – Becker, Mart (8/6), Willner (5), Wolfram (4), Homscheid (3), Reimer, Eißing (2), Buschhaus, Wolf, Neuhaus (2), Kostuj (1), Hejny (2), Mast (1), Werschkull
VfL Eintracht Hagen: Bochmann (14 Paraden, 37 Prozent), Wipf – Düren (2), Norouzi (5), Pröhl (2), Alves (2), Israel (2), Jungemann, Kutz (5), Bökenkamp, Jukic (1), Richter, Sekowski, Busch (8/5), von Boenigk (5)
Schiedsrichter: Fedtke/Wienrich (Berlin)
Zeitstrafen: 4 – 2
Siebenmeter: 6/6 – 3/4
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