
Düsseldorf. (PM F95) Der Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf hat nach dem Abstieg in die 3. Liga wichtige personelle Entscheidungen für die Zukunft des Vereins getroffen.
Der Vertrag mit Fortunas Vorstandsvorsitzenden Alexander Jobst wurde vorzeitig und ligaunabhängig verlängert. Den Beschluss hatte der Aufsichtsrat bereits vor dem Abstieg einstimmig gefasst, um Führung und Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.
Nach dem Abstieg wird der sportliche Bereich neu organisiert. Fortuna Düsseldorf und Sportvorstand Sven Mislintat haben die gemeinsame Zusammenarbeit beendet. Die neue sportliche Führung wird Samir Arabi übernehmen. Bevor Samir Arabi auch im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag vorgestellt wird, wird er – angesichts der anstehenden Entscheidungen in der Kaderplanung – in den kommenden Tagen interne Gespräche mit dem Trainerteam, Mannschaftsumfeld und Mitarbeitenden führen.
Björn Borgerding, Aufsichtsratsvorsitzender:
Zum Abstieg in die 3. Liga:
„Der Abstieg trifft uns alle nach wie vor extrem und schmerzt auch Tage später noch sehr. Wir haben in dieser Saison Fehler gemacht – im Aufsichtsrat genauso wie im Vorstand. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem Vorstand eine schonungslose Analyse begonnen, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte. Wir stellen uns der Kritik und übernehmen Verantwortung. Gleichzeitig richtet sich unser Blick klar nach vorne, weil Fortuna Düsseldorf jetzt Stabilität, Geschlossenheit und eine klare Führung braucht.“
Zur Vertragsverlängerung vom Vorstandsvorsitzenden Alexander Jobst:
„Alexander Jobst ist ein entscheidender Eckpfeiler für unseren Weg nach vorne. Er hat zuletzt in den schwierigen Zeiten bewiesen, wie wichtig verlässliche Führung für diesen Verein ist. Das zeigt sich auch daran, dass das Szenario 3. Liga in den kommerziellen Bereichen frühzeitig vorbereitet wurde und für den Verein gute Lösungen gefunden wurden. Das war möglich, weil Alexander Jobst in den vergangenen Jahren viel Vertrauen bei Partnern, Sponsoren und innerhalb der Stadt aufgebaut hat. Dieses Vertrauen zahlt sich jetzt aus und bildet ein wichtiges Fundament für die kommenden Aufgaben. Sein frühes und klares Commitment, auch in der 3. Liga Verantwortung zu übernehmen, zeigt die Identifikation mit unserem Verein, auf die es jetzt ankommt. Wir alle haben diese Situation mitzuverantworten und müssen sie nun auch gemeinsam bewältigen.“
Über die Neuaufstellung im sportlichen Bereich:
„Im Rahmen der internen und gemeinsamen Analyse wurde deutlich, dass es in den strategischen Ausrichtungen unterschiedliche Vorstellungen gibt. Deswegen haben wir gemeinsam beschlossen, den Weg zu beenden und eine einvernehmliche Trennung erzielt. Wir danken Sven für seinen Einsatz und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“
Über Neuausrichtung mit Samir Arabi:
„Mit Samir Arabi haben wir uns bewusst für jemanden entschieden, der schwierige Situationen als auch die 3. Liga kennt und Spieler und Mannschaften entwickeln kann. In den Gesprächen hat man schnell gemerkt, dass wir viele Themen ähnlich sehen und ein gemeinsames Verständnis davon haben, wie wir Fortuna wieder aufstellen wollen. Die Gespräche waren offen, vertrauensvoll und sehr klar. Geholfen hat dabei, dass wir als Aufsichtsrat schon im Winter einen klaren und professionellen Personalprozess geführt und mit vielen starken Persönlichkeiten gesprochen haben. Nach dem Abstieg geht es jetzt darum, wieder eine klare Richtung reinzubekommen und die Fortuna möglichst schnell wieder nach oben führen. Dafür bringt Samir viel Erfahrung mit. Wir wollen bei Fortuna wieder eine Mannschaft aufbauen, mit der sich die Menschen identifizieren können und die für diesen Verein arbeitet.“
Alexander Jobst, Vorstandsvorsitzender: „Wenn es eng wird, läuft man nicht weg. Wenn es schlecht läuft, dann übernimmt man Verantwortung. Ich habe dem Aufsichtsrat daher signalisiert, dass ich bereit bin, auch in der dritten Liga anzupacken, wenn der Verein das möchte. Jetzt geht es darum, schnell Entscheidungen zu treffen und gemeinsam den Neustart anzugehen. Wir haben in den vergangenen Wochen gesehen, welche Kraft die Fortuna und die Stadt entfalten kann, wenn wir zusammenstehen. Dafür brauchen wir ein starkes Team, viel Mut und den klaren Willen, Fortuna so schnell wie möglich wieder in eine Liga zu bringen, die diesem Verein würdig ist. Das wird nicht einfach, aber wenn man nicht daran glaubt, sollte man gar nicht erst anfangen.“
Samir Arabi, Sportvorstand: „Fortuna Düsseldorf ist trotz der aktuellen Situation ein besonderer Verein mit viel Leidenschaft und großartigen Fans. Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mir sehr schnell gezeigt, dass hier absolute Klarheit darüber herrscht, welchen Weg der Verein jetzt gehen muss. Mir war wichtig zu spüren, dass es nicht um kurzfristige Lösungen geht, sondern um eine gemeinsame Zusammenarbeit und einen Neuanfang. Die Aufgabe ist anspruchsvoll, daher geht es jetzt darum, schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir wollen eine Mannschaft entwickeln, die Mentalität und Identifikation mit der Fortuna verkörpert. Die Menschen müssen spüren, dass auf und neben dem Platz für diesen Verein gearbeitet und gekämpft wird. Dafür werde ich gemeinsam mit allen Beteiligten alles investieren.“
Sven Mislintat: „Fortuna war und ist für mich eine Herzensangelegenheit. Aber wie das manchmal im Leben so ist, entwickeln sich die Dinge anders, als sich das alle gewünscht hätten. Der Abstieg und seine Auswirkungen haben uns alle brutal getroffen. Das haben wir in den letzten Tagen intern aufgearbeitet und auch darüber diskutiert, welche Schlüsse wir daraus ziehen müssen. Dabei haben wir festgestellt, dass wir unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung des Clubs haben. Das kann passieren – aber dann sollte man im Sinne des Vereins offen diskutieren, ob diese Konstellation wirklich die beste für die Fortuna ist. Das haben wir getan, ganz ohne persönliche Befindlichkeiten. Denn klar ist: In dieser Situation müssen alle an einem Strang ziehen. Das haben vor allem unsere Fans verdient, die uns in den vergangenen Wochen unglaublich gepusht haben. Dafür noch mal ein riesiges Dankeschön, das war außergewöhnlich. Ich wünsche der Fortuna von Herzen wirklich nur das Beste und hoffe, dass der Wiederaufstieg schnell gelingt.“
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