BHC: Für großen Kampf belohnt

Eloy Morante Maldonado – © Sportfoto-Sale (MK)

Wuppertal. (PM BHC) Der Bergische HC hat durch ein 25:25 (10:13) gegen den TVB Stuttgart einen weiteren wichtigen Zähler im Kampf um den Verbleib in der DAIKIN HBL geholt.

Angesichts 11:16- und 18:22-Rückstände in der zweiten Halbzeit war das Remis zum Schluss durchaus eine Überraschung. Lange fanden die Löwen in TVB-Torhüter Miljan Vujovic ihren Meister.

Der Stuttgarter Keeper hatte auch großen Anteil daran, dass der BHC in der Anfangsphase nicht davonzog. Locker hätten die Löwen, die erneut auf Elias Scholtes (Meniskusanriss) verzichten mussten, vor 2863 Zuschauern in der stimmungsvollen UNIHALLE mit 8:4 vorne liegen können, doch sie brachten auch hochkarätige Chancen nicht im Tor unter. Auf der anderen Seite des Feldes funktionierte die Abwehr gegen den eigenwilligen Stuttgarter Angriff, der mit vier Rückraumspielern und ohne Kreisläufer agierte, von Anfang an gut. Auch Christopher Rudeck fand entsprechend überzeugend zwischen den BHC-Pfosten ins Spiel.

Es blieb vor der Pause eine zähe Auseinandersetzung, phasenweise mit beiden Torhütern in den Hauptrollen. Rudeck entschärfte sogar diverse Siebenmeter – das war so ziemlich das Einzige, das Vujovic nicht gelang. Noah Beyer schritt während des gesamten Matches fünf Mal an die Linie und war jeweils erfolgreich. Davon abgesehen hielt der Stuttgarter Schlussmann aber die Löwen-Effektivität extrem gering. Auch ein unfassbares Tor von Johannes Wasielewski, bei dem er gefühlt von der „Eckfahne“ traf, brachte den BHC im Angriff nicht auf Kurs.

Weil kurz vor Ende der ersten Hälfte auch die Abwehr etwas nachließ, gingen die Hausherren mit einem etwas ernüchternden 10:13-Rückstand in die Pause. Und danach bauten die Schwaben ihren Vorsprung sogar auf 16:11 aus. Rudeck blieb ein wichtiger Faktor für den BHC, aber bis zum 18:22 deutete wenig auf eine Wende hin. Zwischendurch lag die Fangquote Vujovic‘ bei fast 60 Prozent – wohlgemerkt mitten in der zweiten Halbzeit.

Doch dann wurde der unermüdliche Kampf des BHC belohnt. Noah Beyer, Julian Fuchs und Eloy Morante Maldonado verkürzten. Dazwischen sorgte Rudeck mit weiteren Paraden für explosionsartigen Jubel. Dann klaute Julian Fuchs den Stuttgartern frech den Ball und netzte zum 22:22 ein.

Plötzlich war es wieder ein Match auf Augenhöhe mit einem bis zum Schluss starken Rudeck. Den nächsten Rückstand (22:24) egalisierten Noah Beyer und Sören Steinhaus, der bei der der Chance zur Führung ein Stürmerfoul kassierte. Weil Aron Seesing auch noch für zwei Minuten vorm Feld musste, hatten die Stuttgarter einen kleinen Trumpf. Sie stellten auf 25:24, doch Morante glich in Unterzahl erneut aus.

Es war das letzte Tor der Partie. Den nächsten Angriff der Schwaben verteidigte die BHC-Abwehr mit aller Macht, so dass die finale Aktion sogar den Gastgebern gehörte. Zu einem gescheiten Abschluss kamen sie aber nicht mehr. Den letzten direkten Freiwurf warf Wasielewski in den Block.

Löwengebrüll – Stimmen zum Spiel
Misha Kaufmann: „Wir haben die Möglichkeit, das Spiel in der zweiten Halbzeit zu unseren Gunsten zu entscheiden. Leider verwerfen wir da ein, zwei freie Bälle. Das macht der BHC zwar auch, aber wir haben vier am Stück vergeben. Das war eine Riesenhypothek. Beide Torhüter machen ein überragendes Spiel. Was mich ein bisschen stört, ist die Phase in der zweiten Halbzeit ab der 47. Minute, als wir in gut zwei Minuten einen 4:0-Lauf kassiert haben. Fakt ist, wir haben sieben Spiele nicht verloren. Wir haben gepunktet. Da darf man die Kirche auch im Dorf lassen. Wir machen sehr viele Dinge richtig im Moment.“
Markus Pütz: „Wir sind nicht zufrieden mit der ersten Halbzeit, lassen da zu viel liegen, vergeben Sechs-Meter-Chancen. Deshalb führt Stuttgart auch zu Recht, obwohl wir gut decken. Das Problem lag im Angriff. In der zweiten Halbzeit macht es Stuttgart auch gut, wir kriegen es nicht so gelöst, wie wir es eigentlich wollen. Dann zeigen die Jungs eine super Moral und stellen von 18:22 auf 22:22. Es wird eine enge Schlussphase. Es ist jetzt einfach zu sagen, dass wir das Spiel im letzten Angriff auch gewinnen können. Das Spiel hatte keinen Sieger verdient. Für uns war es wichtig, dass wir einen Punkt auf die Konkurrenz gutmachen – das ist uns gelungen. Jetzt machen wir dieses Spiel schnell zu, dann haben wir eine Highlight-Woche vor uns mit dem Final Four, bevor es wieder in den knallharten Abstiegskampf geht.“
Fabian Gutbrod: „Wir können von einem Punktgewinn sprechen. Minus drei zur Halbzeit ist zu hoch. Wir scheitern zu oft an Vujovic, dann fehlt uns irgendwann die Tiefe im Angriffsspiel und nehmen uns auch keine gute Abschlüsse. In der zweiten Halbzeit starten wir wirklich schlecht, liegen 11:16 hinten. Da laufen wir Gefahr, dass uns das Spiel wegläuft. Dann haben wir ganz, ganz viel Leidenschaft und großen Kampf beweisen. Wir schaffen es endlich auch mal, über das Tempo zu Toren zu kommen. Am Ende ist es ein enges Spiel, in dem wir mit einem Unentschieden leben müssen – und auch können. Es war eine tolle kämpferische Leistung. Kompliment an Christopher Rudeck, der über 60 Minuten immer wieder wichtige Bälle gehalten hat. Auch ein Kompliment an die ganze Truppe, aber im Angriff waren wir weit weg von unserem Maximum. Jetzt haben wir den Abstand auf die Abstiegsplätze um einen Punkt erhöht und können anfangen, das Final-Four-Thema zu bearbeiten. Das wird ein Riesenevent für uns, die Fans, den ganzen Club. Wir werden Erinnerungen schaffen, die vielen ganz lange im Gedächtnis bleiben werden.“

Bergischer HC – TVB Stuttgart 25:25 (10:13)
Bergischer HC: Rudeck, Diedrich – Beyer (8/5), Becher (1), Massoud, Hangstein, Steinhaus (2), Babak (1), Babarskas, Morante Maldonado (4), Kooij (1), Seesing (3), Thiele, Wasielewski (2), Voss-Fels, Fuchs (3). Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
TVB Stuttgart: Vujovic, Kornecki – M. Häfner (5), Serradilla, Lien, Snajder, Mengon (3), Röthlisberger, Schmid, Matzken, Zieker, K. Häfner (8/2), Rubin (7), Nigg (2). Trainer: Misha Kaufmann
Schiedrichter: Markus Kauth und André Kolb
Siebenmeter: 5/5 – 2/6
Zeitstrafen: 6 – 4 (Babarskas (2), Wasielewski (2), Morante Maldonado, Seesing – Serradilla, Röthlisberger, Schmid, Rubin)

 

 

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