
Bochum. (MK) Bochum gegen Fortuna oder ganz nüchtern tabellarisch betrachtet: 17. Platz gegen den 13. In der Tabelle.
Und dennoch steckt so viel Brisanz in diesem Duell. Nicht nur die noch immer frischen Erinnerungen an die Bundesliga-Relegation 23/24, in der Bochum in der NRW-Landeshauptstadt doch noch sensationell den Klassenerhalt feiern konnte, haben sich in die Köpfe der beiden Fanlager eingebrannt. Die aktuelle Situation der beiden kriselnden Klubs überlagert derzeit aber praktisch alles.
In Düsseldorf wackelt Headcoach Daniel Thioune nach dem schwachen Start. Beim VfL hat man nach der Komplettrasur (Coach Hecking, Sportchef Dufner sind beurlaubt) zunächst großes Vertrauen in Nachwuchscoach David Siebers gesetzt. Im ersten Spiel unter Siebers lief es in Nürnberg aber noch so gar nicht rund: 2:1 siegt der der Club vor Wochenfrist.
Siebers setzte in seiner Startaufstellung unter anderem auf die drei jungen Wilden Lenz, Koscierski und Morgalla. F95 Coach Thioune ließ Susa, Zimmermann, Rasmussen und Celar im Vergleich zur 0:3 Pleite gegen Darmstadt erst einmal auf der Bank.
Verspäteter Spielbeginn und dann ein frühes Tor der Fortuna
Aufgrund der Düsseldorfer Pyroshow begann das Spiel mit rund zehn Minuten Verspätung. Schiedsrichter Schlager hatte bereits sieben Minuten nach dem eigentlich anberaumten Spielbeginn angedeutet beide Mannschaften in die Kabinen zu schicken, weil im F95 Fanblock immer wieder neue Pyrotechnik gezündelt wurde. Um 20:40 rollte dann endlich der Ball, wenn auch etwas im Nebel.

Beide Teams bemühten sich von Beginn an Linie ins eigene Spiel zu bringen. Die Gäste jubelten bereits in der 4. Minute, nachdem Oberdorf einen Abpraller frei vor Horn zum 0:1 einnetzen konnte. Auch der VAR sah keine Abseitsstellung. Bochum wollte eine schnelle Antwort. Bero (7.), Holtmann (9.) und Koscierski (11.) setzten erste Offensivakzente für den VfL, der versuchte über den Kampf ins Spiel zu finden. Stark, wie VfL-Keeper Horn gleich zwei starke Paraden (18.) gegen Oberdorf zeigte. Keine zwei Minuten später gingen dann erst einmal die Lichter aus, weil ein Flutlichtmast seinen Dienst quittierte. Hofmann (23. per Kopf), Bero (28.) und Koscierskis Doppelchance (44.) brachten zwar Gefahr für Kastenmeier im Düsseldorfer Tor, aber nicht den durchaus verdienten Ausgleich. Mit 0:1, vereinzelten Pfiffen und der Ansage aus der Ostkurve „Wir wollen Euch kämpfen sehen“ ging es in die Halbzeit.
VfL im Abschluss zu harmlos
Nach dem Seitenwechsel rieben sich beide Teams vermehrt in Zweikämpfen auf. Halbchancen auf beiden Seiten, die aber letztlich keine ernste Gefahr darstellten, mehrten sich. Holtmann (58.) verzog knapp am rechten Pfosten vorbei. Hofmann (62.) endlich mal als Zielspieler angespielt, schoss aus der Drehung ebenfalls links neben das Tor. Nach 65 Minuten wurde erstmals gewechselt. Onyeka kam beim VfL für Wätjen. Koscierski (68.) per Kopf vergab eine weitere zu ungefährliche Chance. Die Fortunen Iyoha und Frederiksson verließen nach 73 Minuten den Platz für Zimmermann und Hettwer. Bochum legte nach mit Clairicia und Ruprecht für Hofmann und Holtmann. Vieles deutete daraufhin, dass der VfL Bochum noch bis Mitternacht ohne Torerfolg würde spielen können. Die beste Chance (80.) vergab Clairicia, der Ruprechts gefährlichen Schuss im Strafraum als Abpraller nicht erreichen konnte. De Wijs ersetzte in der 84. Minute Alexandropoulus bei den Gästen. In der hektischen Schlussphase verteilte Referee Schlager noch Gelb an Lenz und die Bochumer Bank um Holtmann, der von der Reservebank reklamierte. Auch sieben Minuten Nachspielzeit brachten letztendlich keine neuen Erkenntnisse und schon gar nicht einen weiteren Treffer.
Thioune kann durchatmen, VfL im Tabellenkeller
Die Fortuna kann nach dem wichtigen Auswärtssieg erst einmal durchatmen und klettert erst einmal auf Rang neun. Der zuletzt angezählte Trainer Daniel Thioune darf erst einmal aufatmen.
Beim VfL waren deutlich bessere Strukturen im Spiel zu erkennen, als noch vor Wochenfrist in Nürnberg. Vor dem gegnerischen Kasten war der Pott-Klub allerdings ähnlich ungefährlich. Gemeinsam mit Magdeburg steht der VfL am Tabellenende auf einem Abstiegsplatz.
F95 empfängt den Club, Bochum auf dem Betze gefordert
Am kommenden Wochenende empfängt die Fortuna am Freitag den Club aus Nürnberg und der VfL muss Samstag in die Pfalz zum 1. FC Kaiserslautern. Dann ist erst einmal Länderspielpause. Man darf gespannt sein, wie bzw. mit wem die Verantwortlichen dann weitermachen wollen? Trainer David Siebers sollte ja zunächst für drei Spiele bis zur Länderspielpause die Mannschaft coachen. Ihm fehlen trotz aller erkennbar guten Ansätze sicherlich die Argumente, wenn nicht gepunktet wird. Der verwaiste Posten des Sportchefs ist ebenfalls noch nicht neu besetzt.
Tor: 0:1 (4.) Oberdorf
#OneVoice: VfL setzt Zeichen der Solidarität mit der Ukraine
Vor mehr als drei Jahren begann der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Zahlreiche Menschen sind dem Krieg zum Opfer gefallen, haben ihr Zuhause verloren oder sind immer noch auf der Flucht. Beim kommenden Heimspiel des VfL Bochum 1848 gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 27. September, Anpfiff 20:30 Uhr) setzt der Verein zusammen mit der Initiative Kultur.Konvoi ein besonderes Zeichen der Solidarität.
Im Rahmen der Aktion „One Voice: Kraftvolles Zeichen der Solidarität Europäischer Fußballstadien für die Ukraine“ wurde rund 30 Minuten vor Anpfiff der Partie die ukrainische Band Firma4i live aus Kharkiv ins Vonovia Ruhrstadion geschaltet, um gemeinsam mit allen VfL-Fans das Lied „Seven Nation Army“ von „The White Stripes“ zu singen.
„Wir sind Firma4i. Alex singt, Igor spielt den Bass und Alexandr schlägt das Schlagzeug. Wir kommen aus Kharkiv und machen Musik, weil das Leben ohne sie einfach nicht funktioniert. Für uns bedeutet Musik Freiheit, Hoffnung, pure Energie. Und durch die Musik lebt Kharkiv – selbst mitten im Krieg“, stellen sich die ukrainischen Musiker vor. „Wir teilen unsere Freude, unsere Liebe, unsere Energie mit den Menschen in Kharkiv. Jede Woche spielen wir in unserer Stammkneipe. Und jetzt ist es für uns eine unglaubliche Ehre, hier bei euch in Bochum zu sein. Wir freuen uns sehr auf den 27. September.“
Die Aktion OneVoice der Initiative Kultur.Konvoi wurde von Carmen Höfflin (ehemalige Spielerin des SC Freiburg) und Rüdiger Linhof (Bassist der Sportfreunde Stiller) ins Leben gerufen. Beide werden auch am Samstag vor Ort sein und diesen besonderen Moment begleiten.
„Es ist uns eine besondere Freude beim kommenden Heimspiel gemeinsam mit der Initiative Kultur.Konvoi im Rahmen der Aktion OneVoice, der ukrainischen Musikgruppe Firma4i und allen VfL-Fans im Vonovia Ruhrstadion ein besonderes und emotionales Zeichen der Solidarität mit der Ukraine zu setzen“, sagt Matthias Mühlen, Direktor Nachhaltigkeit beim VfL. „Gemeinsam wollen wir für Frieden, Hoffnung und Zusammenhalt einstehen.“
VfL und Gesellschaft Bochum-Donezk e.V.
Eine besonders wertvolle Hilfsarbeit in der Ukraine leistet die Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. So wurden seit Kriegsbeginn bereits zahlreiche LKW-Ladungen mit Hilfspaketen von der Sammelstelle aus Bochum losgeschickt. Der VfL unterstützt die Arbeit der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V regelmäßig mit verschiedenen Maßnahmen. So wurden beispielsweise an mehreren Spieltagen Kleidungsspenden für die Gesellschaft gesammelt. Die Jugendspieler des Talentwerks spendeten zahlreiche Kleidungsstücke für die Kinder des Kriegswaisenhauses. Zudem betreute die Gesellschaft Bochum Donezk e.V. mehrere Becherspenden-Aktionen und eine Spendenaktion im Rahmen eines VfL-Martinsumzugs. Bochum und die Ukraine haben seit langer Zeit eine besondere Verbindung. Bereits seit mehr als 35 Jahren besteht eine Städtepartnerschaft zwischen der VfL-Heimatstadt und Donezk.
Auch im Rahmen des kommenden Heimspiels gegen Fortuna Düsseldorf organisieren der VfL und die Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. eine gemeinsame Sachspendenaktion. Benötigt werden insbesondere Bastelsachen, Spielzeuge, Bälle sowie Schulutensilien (Tornister, Etui, Stifte etc.) für Kinder in der Ukraine.
So könnt ihr euch beteiligen:
Alle VfL-Fans haben die Möglichkeit, eigene Sachspenden beizusteuern. Die Abgabe ist am kommenden Samstag ab zwei Stunden vor Spielbeginn möglich. Die Spenden können an der Sammelstelle auf der Verweilfläche vor dem Vonovia Ruhrstadion abgegeben werden. Weitere Informationen unter anderem zu Geldspenden, der allgemeinen Sammelstelle und der Gesellschaft selbst sind auf der Webseite der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. zu finden.
Wofür steht #OneVoice?
#OneVoice steht für die Kraft der Musik, die verbindet, vereint und Brücken baut – über Ländergrenzen, Sprachen und Kulturen hinweg. Es ist ein Zeichen der Solidarität, der Hoffnung und des Miteinanders. Gemeinsam die Stimmen erheben für Frieden, Zusammenhalt und eine bessere Zukunft. Seit Frühjahr 2025 wird diese Botschaft in den Bundesligastadien besonders spürbar: Gemeinsam mit den Fans wird gesungen und für ein paar Minuten ist ein Lied mehr als nur Musik. Es ist ein Moment der Verbundenheit, der Solidarität und der Wertschätzung für die ukrainische Bevölkerung. So wird ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt: Verein, Stadt und Fans stehen gemeinsam für Frieden, Demokratie und Zusammenhalt. Ein Gänsehautmoment, der Hoffnung schenkt.
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