
Bochum. (MK) Gegensätzlicher hätte das Duell am 11. Bundesliga-Spieltag kaum sein können. Tabellenschlusslicht Bochum empfing das Überraschungsteam und damit den Spitzenreiter Union Berlin.
Das Ergebnis spiegelte aber am Ende keineswegs die tabellarische Situation wider. Der VFL gewann nach überzeugendem Spiel knapp mit 2:1 vor 25.460 Zuschauern.
VFL-Trainer Thomas Letsch vertraute weitestgehend seinen Pokalhelden vom Dienstag in Elversberg. Lediglich Osei-Tutu rutschte für Holtmann in die Startelf.
Von Beginn an war der Wille beim VFL Bochum zu erkennen, dem Tabellenführer Paroli bieten zu wollen. Das gelang auch über weite Strecken. Zweikämpfe und Laufbereitschaft gestalteten beide Teams lange Zeit auf Augenhöhe. Hofmanns Kopfballchance (27.) war lange Zeit eine der wenigen erwähnenswerten Bochumer Gelegenheiten. Unions Chancen waren zumeist eine sichere Beute von VFL-Keeper Riemann. Kurz vor der Pause aber überschlugen sich fast die Gelegenheiten aus VFL-Sicht. Zunächst scheiterte Osei-Tutu an Rönnow im Berliner Tor. Die daraus resultierende Ecke köpfte Hofmann dann zur keineswegs unverdienten 1:0 Pausenführung ins Berliner Tor.
Nach dem Seitenwechsel die „Eisernen“ deutlich um mehr Zug zum Tor bemüht, aber Bochum hochkonzentriert und immer wieder mit Nadelstichen in der Offensive. Osei-Tutu (62.) traf beispielsweise nur die Latte. Ärgerlich für den VFL und Glück für die Gäste in dieser Situation. Bochum danach im Aufwind und mit weiteren guten Gelegenheiten durch Stöger und Hofmann. Alles, was dem VFL fehlte war der zweite Treffer. Nach einer tollen Kombination über Stöger und Antwi-Adjei belohnte der eingewechselte Holtmann seine Farben in der 71. Minute mit dem fast erlösenden 2:0. Kollektiver Jubel der Eskalationsstufe fünf danach im Stadion. Die wurde aber nochmals gesteigert, als Riemann einen Elfmeter (Foul von Masovic an Behrens) gegen seinen letztjährigen Teamkollegen Pantovic „killte“ (78.). Beide Teams, längst mit offenem Visier agierend, schenkten sich weiter nichts. Trotzdem wurde es noch einmal eng, weil Pantovic in der Nachspielzeit für Union zum 2:1 verkürzen konnte. Kurz darauf war der Sieg aber dann unter Dach und Fach.
Durch die Niederlage von Schalke bei Hertha Berlin klettert der VFL auf den vorletzten Tabellenplatz.
Dieser Sieg war für den VFL Bochum mehr als nur ein Heimsieg mit drei Punkten. Es war die Wiederbelebung des VFL, wie man ihn aus der Vorsaison kannte, mit Emotionen, Leidenschaft, konzentriertem Abwehrverhalten und endlich auch mit dem nötigen Erfolg im Torabschluss.
Nun folgen zwei Auswärtsspiele in Wolfsburg und Dortmund. Apropos Dortmund: Im DFB Pokal Achtelfinale empfängt der VFL Bochum den BVB Anfang Februar.
VfL Bochum: Riemann – Gamboa (87. Oermann), Masovic, Ordets, Soares – Losilla, Stöger – Osei-Tutu (65. Holtmann), Förster (79. Stafylidis), Antwi-Adjei (79. Osterhage), Hofmann (65. Ganvoula)
1. FC Union Berlin: Rönnow – Trimmel (71. Skarke), Jaeckel, Knoche, Leite, Gießelmann (63. Ryerson) – Schäfer, Khedira, Haberer (20. Pantovic) – Becker (63. Behrens), Siebatcheu (63. Leweling)
Zuschauer: 25.460
Tore: 1:0 Hofmann (44.), 2:0 Holtmann (72.), 2:1 Pantovic (90. +2)
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