Gänseproblematik am Seilersee: Schrittweise Vorgehensweise – Bejagung bleibt letzte Option



Gänsefamilie – © Stadt Is. Media/PR


Iserlohn.(PM Stadt Is.) Die Stadtverwaltung Iserlohn stellt klar: Die kürzlich erteilte Genehmigung zur Bejagung von Nil- und Kanadagänsen am Seilersee bedeutet nicht, dass unmittelbar mit Abschüssen begonnen wird.

Die Maßnahme wurde auf ausdrücklichen politischen Wunsch hin beantragt und ist Teil eines mehrstufigen Konzeptes, das nur im Ernstfall zur Anwendung kommt. Für Bürgermeister Michael Joithe ist die Bejagung „ausschließlich die letzte Option“.

Ein Interessenkonflikt zwischen Natur- und Gesundheitsschutz

„Die Stadt steht in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen Tierschutz und dem berechtigten Interesse von Familien und Kindern an sauberen, nutzbaren Flächen“, so Bürgermeister Joithe. Besonders betroffen ist der stark frequentierte Kinderspielplatz am Seeufer sowie das angrenzende Freibad Schleddenhof. Die täglich anfallenden Kotmengen der Gänse führen dort zu erheblichen hygienischen Problemen. Eine dauerhafte Beeinträchtigung der Wasserqualität und am Ende vielleicht eine drohende Schließung des Freibads können nicht ausgeschlossen werden.

Stufenweises Vorgehen: Erst Vergrämung, dann Bewertung

Auf Basis der Genehmigung durch den Märkischen Kreis beginnt die Stadtverwaltung nun kurzfristig mit der Vergrämung durch Drohnen. Diese moderne Methode soll die Tiere gezielt, aber tierschonend vertreiben. Erst wenn auch diese Maßnahme nachweislich wirkungslos bleibt, wird über weitergehende Schritte diskutiert.

Nicht-letale Maßnahmen bereits seit Jahren umgesetzt – mit begrenztem Erfolg

Seit 2022 hat die Stadt Iserlohn auf Empfehlung der zuständigen Fachbehörden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Gänsepopulation zu reduzieren – unter anderem:
• Verbuschung des Uferstreifens durch Unterlassen der Mahd
• Aufstellen von Barrieren und Zäunen zur Begrenzung der Land-Wasser-Wege
• Konsequentes Fütterungsverbot
• Begleitendes Monitoring zur Wirkungskontrolle

Diese Maßnahmen führten jedoch lediglich zu kleinräumigen Verlagerungen der Tiere. Eine tatsächliche Reduktion der Population konnte nicht erzielt werden – im Gegenteil: Die Zahl der Gänse hat im Frühjahr 2025 erneut zugenommen.

LANUV untersagt geplantes Gelegemanagement

Ein aus Sicht der Stadt besonders tierschonender Vorschlag wurde zudem vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) abgelehnt: Die Stadt hatte beantragt, ein sogenanntes Gelegemanagement durchzuführen, also das Absammeln oder Austauschen von Eiern, um die Vermehrung einzudämmen. Diese Maßnahme wurde durch das LANUV untersagt.

Transparenz und Verantwortungsbewusstsein

„Wir handeln nicht leichtfertig, sondern mit Augenmaß und auf Grundlage klarer politischer Beschlüsse“, betont Bürgermeister Joithe. Die Verwaltung wird weiterhin regelmäßig berichten und steht für Fragen und Hinweise aus der Bürgerschaft zur Verfügung.

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