Lemgo unterliegt Göppingen in Achterbahnfahrt der Gefühle – TBV verlängert mit Kreisläufer Willecke

© TBV Lemgo-Lippe

Lemgo. (PM TBV) Der TBV Lemgo Lippe muss im Kalenderjahr 2026 zuhause die erste Niederlage verkraften.

Im dritten Heimspiel kamen die Lipper am 25. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga gegen FRISCH AUF! Göppingen nicht über eine 27:30 (14:11)-Niederlage hinaus. 4.520 Fans in der ausverkauften Phoenix Contact-Arena erlebten dabei eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Verzichten musste TBV-Trainer Florian Kehrmann am Sonntagnachmittag auf Torhüter Urh Kastelic. Der Slowene wurde bereits am Montag aufgrund anhaltender Probleme erfolgreich an der linken Hand operiert und wird dem TBV vorerst fehlen. Der TBV wünscht an dieser Stelle weiterhin gute Besserung! Für ihn rückte zum zweiten Mal in dieser Saison Linus Borreck in den Bundesligakader.

Vor dem Spiel gab es für die Fans schöne Nachrichten: In einer Videobotschaft teilte Kreisläufer Joel Willecke mit, seinen Vertrag beim TBV bis 2029 verlängert zu haben. Doch die Anfangsphase verlief anschließend überhaupt nicht nach dem Geschmack der Lemgoer Zuschauer. Sie mussten mit ansehen, wie FRISCH AUF! einen starken Start in die Begegnung erwischte und nach neun Minuten bereits mit 1:5 in Führung ging. Kehrmann sah sich früh zur Auszeit gezwungen. Doch auch in der Folge waren die Gäste zunächst aggressiver und feierten sich für jede gelungene Abwehraktion. Ludvig Jurmala erhöhte nach 14 Minuten auf 3:8. Die Fans spürten, dass ihr Team Unterstützung benötigt und peitschten die Lemgoer Handballer lautstark nach vorne: Mit Erfolg! Denn in der Folge spielte sich der TBV in einen Rausch und konterte die ersten Minuten mit einem 8:1-Lauf. Als Niels Versteijnen mit zwei Treffern in Folge für die 11:9-Führung (24.) sorgte, bebte die Halle. Vor allem in der Abwehr ließen die Lipper in dieser Phase fast gar nichts mehr zu und konnten sich mit Constantin Möstl, der zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Paraden (40% Fangquote) beigesteuert hatte, wieder auf einen starken Rückhalt verlassen. Erneut Möstl und der stark aufspielende Mudrow sorgten mit Parade und Tor dafür, dass nach 27 Minuten vieles danach aussah, als könnte der TBV mit einer Führung in die Pause gehen. Daran sollte auch ein letzter Treffer von Ole Pregler zum 14:11 (30.) nichts ändern, der den Ball wenige Millisekunden vor der Halbzeit ins Netz von Möstl bugsierte.

Hatte der TBV das Spiel zum Ende der ersten Halbzeit noch voll im Griff, gehörte die Anfangsphase des zweiten Abschnitts erneut den Gästen. Strittige Entscheidungen brachten Unruhe in die Begegnung, die die Gäste eiskalt ausnutzen, um bereits nach sechs Minuten im zweiten Abschnitt zum Ausgleich zu kommen (36., 16:16). Lemgo ließ in dieser Phase beste Chancen ungenutzt: Versteijnen scheiterte frei vor Gäste-Keeper Buchele, Zehnder setzte einen Siebenmeter per Aufsetzer über das Tor (39., 16:17). Die TBV-Handballer wehrten sich mit aller Macht, mussten jedoch mit ansehen, wie ihnen das Spiel zunehmend aus der Hand glitt. Nach einer Parade von Linus Borreck, der nach 45 Minuten für den im zweiten Abschnitt glücklosen Möstl in die Begegnung kam, schenkten die Lemgoer fahrlässig den Ball her. Zwar versuchte Tim Suton noch per Hechtsprung an das Spielgerät zu kommen, traf seinen Gegenspieler dabei jedoch mit der Hand am Bein und erhielt eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe (53., 23:26). Den zusätzlichen Platz auf dem Feld bestrafte Göppingen mit dem Treffer zum 23:27 (54.). Eine Vorentscheidung? Ja. Zwar versuchten Versteijnen und Co. noch einmal alles und kamen vier Minuten vor dem Ende noch einmal auf 25:27 heran – doch die Drangphase der Lipper wurde erneut durch eine fragwürdige Zwei-Minuten-Strafe unterbrochen. Hendrik Wagner rückte bei einem Freiwurf der Gäste zu früh vor und wurde prompt bestraft. In der Folge spielte Göppingen das hitzige Duell eiskalt runter und konnte am Ende einen 27:30-Auswärtssieg bejubeln. Bester Lemgoer Werfer war mit neun Toren erneut Versteijnen.

Durch die Niederlage rutscht der TBV mit nun 34:16-Punkten vorerst auf Rang Sechs der Tabelle. In der kommenden Woche steht nun eine kurze Nationalmannschaftspause auf dem Programm, ehe die Lipper am 26. Spieltag auswärts beim TVB Stuttgart (29.3.) gefordert sind.

Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Wir müssen das Spiel erstmal ein bisschen verarbeiten. Heute muss ich deshalb auch aufpassen, was ich sage. Trotz allem hat Göppingen wirklich gut gespielt und uns immer wieder vor Probleme gestellt. Wir haben dann allerdings die Halle hinter uns gebracht, hatten die Dynamik drin und folgerichtig auch das Spiel gedreht und ein bisschen die Kontrolle – und dann passieren wieder Dinge, die ich mir angucken werde. Das ist sehr schade, weil die Jungs heute wieder alles auf dem Feld gelassen haben.“

TBV Lemgo Lippe – Frisch Auf Göppingen 27:30 (14:11)
TBV Lemgo Lippe: Möstl (9 P.), Borreck (2 P.); Hutecek 3, Theilinger 2, S. Zehnder 6/4, Mudrow 2, Simak, Schagen 1, L. Carstensen, Nyfjäll, Suton, Willecke 1, Versteijnen 9/1, Wagner 3, Faust
Frisch Auf! Göppingen: Buchele (7 P.), Saeveras (3 P.); Neudeck, ten Velde 2, Klöve 3, Goßner 3, Persson 7, Pregler 2, Schiller 2, Jurmala 3, Sunnefeldt, Lastro, Gislason, Newel 8, Hanne, Schmidt

„Passt perfekt in unser Konstrukt“ – TBV verlängert mit Kreisläufer Willecke

Willecke wird bis mindestens 2029 im Lemgoer Trikot auflaufen. – © Matthias Wieking

Er ist einer der Shootingstars der diesjährigen Saison beim TBV Lemgo Lippe: Der Schweizer Joël Willecke. Nachdem die Lipper sich erst zur laufenden Spielzeit die Dienste des 2,04 m-großen Kreisläufers gesichert hatten, konnten sich Verein und Spieler nun bereits auf eine frühzeitige Vertragsverlängerung einigen. Das ursprünglich bis 2027 datierte Arbeitspapier wurde um zwei weitere Jahre bis zum 30.06.2029 verlängert. Der Schweizer reiht sich damit in eine Reihe von langfristigen Vertragsverlängerungen ein.

Er kam zur Saison 2025/26 als großes Talent vom Schweizer Erstligisten HSC Suhr Aarau in die DAIKIN Handball-Bundesliga. Ohne lange Anlaufzeit fügte sich der Schweizer Nationalspieler, der bereits als 17-Jähriger sein Debüt in der A-Nationalmannschaft feierte, in das System und die Mannschaft von TBV-Trainer Florian Kehrmann ein und überzeugte Fans und Experten mit seinen starken Auftritten gleichermaßen. Trotz seines jungen Alters von erst 22 Jahren trug Willecke schnell zur Stabilität des Lemgoer Abwehrverbunds bei und belebt als torgefährlicher Kreisläufer das Angriffsspiel des TBV. Wettbewerbsübergreifend konnte der sympathische Rechtshänder in 27 Pflichtspielen für die Lipper bereits 58 Tore erzielen.

Seine Entscheidung für den langfristigen Verbleib begründet Willecke wie folgt: „Man sieht, dass die Mannschaft länger zusammenbleibt, dass ein Plan dahintersteckt und auf Kontinuität gesetzt wird. Das ist mir wichtig: nicht zu viel Trubel, sondern Ruhe zur Entwicklung. Lemgo ist für mich der perfekte Verein, um in den nächsten Jahren Schritt für Schritt voranzugehen – mich im Angriff noch zu steigern und natürlich auch in der Abwehr.“ Zur ersten Saison in Lemgo schwärmt er: „Viel Neues, viele neue Hallen, tolle Kulissen. Es macht richtig Spaß, besonders zu Hause zu spielen, aber auch auswärts diese Euphorie und Handballgeilheit in Deutschland zu erleben. Alles ist schneller, körperlich intensiver – genau die Herausforderung, die ich suche, um mich täglich mit den Besten zu messen. Ich fühle mich wohl und habe Bock, mit den Jungs weiter Gas zu geben und Spaß zu haben“, so der junge Kreisläufer.

TBV-Trainer Florian Kehrmann zeigt sich ebenfalls hochzufrieden über den Verbleib: „Wir sind froh, dass wir so ein großes Talent auf der Kreisposition und gerade im Abwehrverbund langfristig halten können. Er hat in seiner ersten Saison in der Bundesliga gezeigt, dass er sehr viel Potenzial mitbringt. Vor allem in der Abwehr agiert er sehr körperlich und schafft es bereits im ersten Jahr, deutlich Akzente zu setzen. Er passt perfekt in unser Konstrukt, ist im Angriff flexibel einsetzbar, und wir glauben, dass wir in den nächsten Jahren noch viel Freude an ihm haben werden“, so Kehrmann.

TBV-Geschäftsführer Jörg Zereike ergänzt: „Joël ist für sein Alter als Kreisläufer sportlich und menschlich schon sehr weit. Seine Professionalität und Teamfähigkeit machen ihn zu einem echten Vorbild. Er wird bei uns auch in den kommenden Jahren weiterhin den nötigen Rückhalt und die Ruhe bekommen, um die nächsten Schritte in seiner Entwicklung zu gehen.“
Willecke ist damit bereits der vierte Spieler, der die Farben des TBV auch in der Saison 2028/29 weiterhin vertreten wird. Zuvor hatten bereits Hendrik Wagner (2029), Samuel Zehnder (2029) und Tim Suton (2030) ihre Verträge über 2028 hinaus verlängert.

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