Hemer (ots) – Unmittelbar an den gestrigen Brandeinsatz an der Märkischen Straße schloss sich für die Polizei noch ein längerer Folgeeinsatz an. Ein aufmerksamer Verkehrsteilnehmer hatte gemeldet, dass im Verkehrsstau an der Märkischen Straße ein Sattelzug stehe, der Flüssigkeit verliere. Die noch am Brandort anwesenden Polizei- und Feuerwehreinheiten nahmen sich der Sache sofort an und stellten fest, dass von der Ladefläche eines belgischen Sattelzugs eine unbekannte Flüssigkeit herunter floss und sich auf der Fahrbahn der Steigungsstrecke verteilte. Besondere Vorsicht war geboten. Bei näherer Betrachtung wurde festgestellt, dass der Lkw mit großen, schweren Maschinenteilen beladen war, aus denen Betriebs- bzw. Hydrauliköl austrat. Dieses ergoss sich über die Trägerpaletten, über die Ladefläche, Tanks und über die Bereifung. Die Polizei sicherte die Gefahrenstelle und ordnete das sofortige Abstellen des Sattelzuges am Fahrbahnrand an. Die Feuerwehr streute das ausgetretene Öl ab und stellte Wannen bereit, um weiteres Öl aufzufangen. Wegen dieser neuen, zunächst unklaren Gefahrenlage und der notwendigen Sofortmaßnahmen konnte die Freigabe der B 7 nicht sofort nach dem vorausgegangenen Gebäudebrand erfolgen, sondern die Verkehrssperrung zog sich noch ca. 15 Minuten länger hin. Bei der näheren Inaugenscheinnahme des Lkw wurden Anzeichen für deutliche Sicherheitsmängel festgestellt. Daraufhin untersagte die Polizei die Weiterfahrt. Feuerwehr und Polizei zogen aus Gründen der Gefahrenabwehr den Bereitschaftsdienst der Stadt Hemer hinzu. Der Ordnungsbeamte orderte weitere Fachdienste zur Entfernung des Öls sowie zur Begutachtung der Funktionsfähigkeit der Bremsen. Die Polizei legte den Sattelzug bis zum nächsten Vormittag still und veranlasste, dass Spezialkräfte der Polizeidirektion Verkehr den Lkw begutachteten. Dabei wurden nicht nur erhebliche Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten festgestellt, sondern auch eine geradezu katastrophale Ladungssicherung. Nachdem die gröbsten Unzulänglichkeiten an Ort und Stelle behoben worden waren, geleitete der Verkehrsdienst der Polizei den Sattelzug zum Gelände eines Fachunternehmens nach Iserlohn. Dort wurde der gesamte Sattelzug fachmännisch abgeladen, die Ladefläche gereinigt, das Transportgut wieder aufgeladen und funktionstüchtige Sicherungs- und Befestigungseinrichtungen montiert. Erst nach Abschluss dieses Vorgangs und Zahlung einer Sicherheitsleistung durfte der Lkw-Fahrer seine Tour fortsetzen. Gegen den Fahrer, den Verlader und den Halter des Lkw erging eine umfangreiche Anzeige.
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