
Lemgo. (PM TBV) Auf der linken Außenbahn beim TBV Lemgo Lippe wirbelt bereits seit 2022 der Schweizer Nationalspieler Samuel Zehnder.
Ab dem Sommer 2026 stößt ein weiterer Flügelflitzer aus der Alpenregion zum Team von Trainer Florian Kehrmann: Der 25-jährige Rechtsaußen Levin Wanner wechselt zur kommenden Spielzeit vom Schweizer European League-Teilnehmer BSV Bern nach Lippe und unterschrieb beim TBV einen Zweijahresvertrag bis zum 30.06.2028.
„Wir freuen uns, dass mit Levin ein weiteres Talent aus der Schweiz seinen Weg zu uns findet! Er hat in den letzten 2-3 Jahren noch mal eine wirkliche Top-Entwicklung vollzogen und sich den Schritt in die Bundesliga definitiv verdient“, zeigt sich Kehrmann glücklich über den künftigen Neuzugang. Erst im Alter von 12 Jahren startete Wanner seine Handball-Karriere bei Pfader Neuhausen, bevor er sich später dem U15-Elite-Kader der Kadetten Schaffhausen anschloss und dort gemeinsam mit Samuel Zehnder auf Torejagd ging. Mit der ersten Mannschaft gewannen beide in der Saison 2018/19 die Schweizer Meisterschaft. Nach drei Jahren bei Kriens-Luzern, schloss sich Wanner 2023 dem BSV Bern an und entwickelte sich dort zum absoluten Leistungsträger. Mit 136 Treffern in 18 Spielen (7,6 Tore/Spiel) belegt der 1,83m große Linkshänder derzeit ligaweit Rang 4 der Torschützenliste und übernimmt als sicherer Siebenmeterschütze Verantwortung für sein Team. Auch in der diesjährigen Gruppenphase der EHF European League überzeugte der zwölffache Schweizer Nationalspieler auf voller Linie: Mit 62 Toren in acht Spielen, konnte er das Ausscheiden seiner Mannschaft zwar nicht verhindern, ist aktuell jedoch der zweitbeste Werfer des Wettbewerbs. Mit der Schweizer Natio nahm Wanner zuletzt im Januar an der EHF Euro teil.
„Es war schon immer mein Traum, in der deutschen Handball-Bundesliga zu spielen. Ich habe immer nur Gutes über den Verein, das Trainerteam und die Mannschaft gehört. Als dann das erste Gespräch stattfand, war für mich die Entscheidung schnell getroffen“, freut sich Wanner auf seine künftige Aufgabe in Lemgo. „Ich habe mit Samuel bereits in der Jugend gespielt, habe seinen Weg und den TBV seit seinem Wechsel natürlich eng verfolgt. Die Gespräche mit Sämi und Joël haben mich in meiner Entscheidung nur noch mehr gestärkt“, so Wanner weiter. Beim Heimsieg gegen den HC Erlangen verfolgte der gebürtige Schaffhausener zusammen mit seiner Freundin Livia den 27:21-Erfolg live von der Tribüne. „Ich habe im Fernsehen schon immer gesehen, wie großartig die Stimmung in den deutschen Arenen ist. Den Sieg in der ausverkauften Phoenix Contact-Arena verfolgt zu haben, war ein schönes Erlebnis, das die Vorfreude noch einmal gesteigert hat. Ich kann es kaum abwarten, ab dem Sommer selbst vor den TBV-Fans auflaufen zu dürfen“, strahlt Wanner.
„Levin hat dieses Jahr in der EHF European League sehr gute Leistungen gebracht und ist in der Schweizer Liga einer der Top-Spieler. Wir wollen ihm bei uns die Chance bieten, an der Seite von Bobby Schagen in der Bundesliga Fuß zu fassen und sich hier zu beweisen. Seine Stärken sind der Gegenstoß, ein gutes Abwehrspiel und eine super Abschlussstärke. Unsere Fans und die Liga dürfen sich wieder auf ein spannendes neues Gesicht freuen!“, sind sich TBV-Geschäftsführer Jörg Zereike und Trainer Kehrmann einig.
Mit dem längeren Atem: TBV siegt souverän gegen Erlangen

Der TBV Lemgo Lippe macht auch im Jahr 2026 dort weiter, wo er in 2025 aufgehört hat. Gegen den HC Erlangen blieben die Lipper am Sonntagnachmittag im fünften Heimspiel in Folge ungeschlagen. Gegen die Gäste aus Bayern lieferte sich der TBV lange ein Spiel auf Augenhöhe, siegte letztendlich jedoch souverän mit 27:21 (13:11).
Wie bereits in Magdeburg, konnte TBV-Trainer Florian Kehrmann auch am 21. Spieltag personell aus dem Vollen schöpfen. Hochmotiviert startete sein Team in die Begegnung und drückte direkt auf das Gaspedal. Wie aus einem Guss spielten die Lipper offensiv groß auf und kamen durch Bobby Schagen nach fünf Minuten bereits zu einer 4:1-Führung. Im Positionsangriff meldete die TBV-Abwehr die Gäste aus Bayern komplett ab, bekam die individuelle Klasse von Kreisläufer Maciej Gebala und Sander Overjordet jedoch vorerst nur mit Fouls zu stoppen. Mit seinem dritten Siebenmetertor hielt Viggo Kristjansson den HCE im Rennen (12., 7:5). Verlassen konnten sich die Lemgoer Handballer einmal mehr auf ihren Rückhalt Constantin Möstl, der nach 17 Minuten bereits auf fünf Paraden und eine Quote von über 50% gehaltenen Bällen kam. Anschließend wurde es ruhig in der Phoenix Contact-Arena: Knapp zehn Minuten wurde das Spiel aufgrund eines medizinischen Notfalls auf der Tribüne unterbrochen, ehe der Fan ansprechbar und selbstständig die Ränge verlassen konnte. Der TBV Lemgo Lippe wünscht weiterhin gute Besserung. Noch vor der Pause schlich sich dann beim Stand von 11:6 auf einmal der Fehlerteufel in das Lemgoer Spiel ein. Zahlreiche Fehlpässe luden den HCE dazu ein, sich zurück ins Spiel zu kämpfen. Das Team von Johannes Sellin nahm dankend an und verkürzte mit dem Pausenpfiff auf 13:11.
Im zweiten Abschnitt sahen die Lemgoer Fans dann zunächst ein Spiel auf Augenhöhe, dass von Minute zu Minute hitziger wurde. Nach 40 Minuten stellte Overjordet das Spiel wieder auf Null (40., 15:15). Doch in der Folge gelang dem TBV die Vorentscheidung, als Lukas Hutecek sich durchtankte und einen 4:0-Lauf zur 19:15-Führung (47.) veredelte. Angeführt von Möstl, der bis zum Ende der Begegnung auf 16 Paraden kommen sollte, trieben die Lipper das Ergebnis weiter in die Höhe. Bobby Schagen machte mit einem Tor zum 27:20 (58.) endgültig den Deckel drauf. Bester Lemgoer Werfer beim 27:21-Erfolg war erneut Niels Versteijnen mit sieben Toren.
Mit 32:10-Punkten hält der TBV in der Tabelle weiterhin den Kontakt zu den Top5 der Liga. Weiter geht es für die Lemgoer am kommenden Freitag (20.2., 20 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei den Rhein-Neckar Löwen.
Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Wir kommen super rein, spielen sehr guten Angriff, gehen in die Tiefe und schaffen es hinten, ihnen wirklich Aufgaben für ihren Angriff zu geben. Das Spiel war bis zum 11:6 komplett unter Kontrolle.
Dann kommt eine Phase, wo wir etwas nachlassen. Die Passqualität passt nicht mehr, wir schmeißen ein paar Bälle weg, holen sie zurück ins Spiel. Hinten fehlt das Selbstvertrauen, wir gewinnen die Zweikämpfe nicht mehr.
Es waren zwei Abwehrreihen, die sehr gut vorbereitet waren und viel Intensität reingebracht haben. Anfang der zweiten Halbzeit zeigt sich dann ein ähnliches Bild. Wir haben das Problem, oft in Unterzahl zu spielen, mit 5 zu 1 Zeitstrafen.
Den Unterschied macht am Ende, dass wir schon in der ersten Halbzeit Spielern Pausen geben und den Innenblock wechseln konnten. Dadurch waren wir hinten raus frischer in der Abwehr.
Der Endstand fällt dann vielleicht ein oder zwei Tore zu hoch aus, aber aufgrund der Leistung bin ich sehr zufrieden. Das war heute wieder ein toller Schulterschluss mit unseren Fans – das müssen wir bis zum Saisonende unbedingt so beibehalten.“
TBV Lemgo Lippe – HC Erlangen 27:21 (13:11)
TBV Lemgo Lippe: Möstl (16 P.), Kastelic; Hutecek 3, Theilinger 1, Zehnder 4/2, Mudrow, Simak 2, Schagen 5, Carstensen, Nyfjäll, Suton 4, Willecke, Versteijnen 7, Wagner 1, Faust
HC Erlangen: Quenstedt, Ghedbane, Herceg (4 P.); Genz, Runarsson 4, Nissen, Bialowas, Overjordet 4, Scheerer, Bissel, Metzner, Buck, Steinert, Kristjansson 11/8, Gebala 2, Gömmel
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