Zweiter Heimsieg binnen drei Tagen: Wiederaufstieg des Bergischen HC ist perfekt!

Siegerjubel – © Sportfoto-Sale (MK)

Wuppertal. (PM BHC) „Oh, wie ist das schön“, schallte es durch die Wuppertaler Unihalle.

Der Bergische HC hat sein großes Saisonziel erreicht. Durch den zwölften Zweitliga-Sieg in Folge ist den Löwen nach dem Abstieg im vergangenen Jahr der direkte Wiederaufstieg gelungen. Beim 32:27 (18:11) gegen die Eulen Ludwigshafen legten die Gastgeber hervorragend los und ließen auch im weiteren Spielverlauf nichts anbrennen, so dass nach dem Schlusspfiff 2831 Fans mit ihrer Mannschaft feierten.

Der TuS N-Lübbecke hatte am Freitagabend eine Party in der Wuppertaler Unihalle überhaupt erst möglich gemacht. Weil die Ostwestfalen den TV Hüttenberg mit 31:30 geschlagen haben, genügte dem BHC noch ein eigener Erfolg, um den Aufstiegsrang zu sichern. Und den wollte die Mannschaft unbedingt zu Hause einfahren – das war ihr von Anfang an anzumerken. Mit aller Entschlossenheit zogen die Gastgeber auf 7:1 davon, trafen dabei aus allen Lagen und durch sechs verschiedene Spieler. Nur Djibril M’Bengue hatte doppelt genetzt.

Einen Fehlwurf leistete sich die Truppe erst nach dem neunten Tor. Dann allerdings kamen gleich ein paar mehr hinzu. Der Glanz der ersten Minuten ging kurz verloren, kam vor der Pause aber noch einmal zurück, als die Bergischen von 11:8 auf 18:11 davonzogen. Tjörvi Gislason spielte in dieser Phase stark, Noah Beyer verwandelte alle Siebenmeter sicher.

30 Minuten mussten die Löwen noch überbrücken, um in den Feiermodus zu schalten. Und es gelang. Zwar gaben sich die abstiegsbedrohten Eulen nicht auf und verkürzten auch noch einmal auf vier Tore Unterschied, spannend konnten sie es aber nicht mehr machen. Dafür präsentierte sich der BHC auch in seinem dritten Spiel binnen acht Tagen zu souverän und in den entscheidenden Situationen auch abgezockt.

Eloy Morante Maldonado führte die Mannschaft ein Mal mehr an, Aron Seesing ackerte am Kreis und war eigentlich nur durch Fouls zu stoppen. Mihailo Ilic packte einmal zu hart zu und sah dafür die Rote Karte. Den fälligen Strafwurf verwandelte – na klar – Beyer.

Fünf Minuten vor dem Ende versenkte Julian Fuchs zum 30:24 – es bestand längst kein Zweifel mehr am zwölften Sieg in Serie. Die 2831 Fans hatten sich von ihren Plätzen erhoben und freuten sich auf den Schlusspfiff, der es amtlich machte: Nach einem Jahr in der 2. Liga kehren die Löwen ins Handball-Oberhaus zurück.

Löwengebrüll – Stimmen zum Spiel

Johannes Wohlrab: „Ein Riesenkompliment an den BHC zu der Saison. In diesem Jahr ist die Mannschaft ungeschlagen. Wenn man sich so in einen Flow spielt, kann man nur von einem absolut verdienten Aufsteiger sprechen. Zum Spiel: Wir gehören zu den neun Teams, die den einen Abstiegsplatz verhindern wollen und sind beim designierten Aufsteiger zu Gast. Genau so ist das Spiel gestartet. Mit dieser Euphorie ist der BHC reingekommen, dass er heute aufsteigen kann. Das wollte er maximal, und bei uns hat man die Verunsicherung gespürt, so dass ich beim 1:7 buzzern musste. Da hat man gedacht, das Ding ist schon gelaufen. Aber ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Sie hat nicht aufgesteckt, es geht ja auch ums Torverhältnis für uns. Wir haben sogar die zweite Halbzeit mit zwei Toren gewonnen. Das nehme ich positiv mit.“

Markus Pütz: „Als sich am Freitagabend das Fenster auftat, dass wir zu Hause den Aufstieg schaffen können, war das schon eine tolle Sache. Weil wir viel an unsere Fans zurückgeben wollen, die uns super unterstützt haben in diesem Jahr. Wir kommen gut ins Spiel, nehmen die Rückraumwürfe weg. Das schaffen wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr. Die Eulen haben das dann auch gut gespielt, kommen bis auf vier Tore ran. Am Ende gewinnen wir mit fünf Toren – ein Ergebnis, das den Spielverlauf widerspiegelt. Wir sind alle so glücklich, dass wir das jetzt geschafft haben. Jetzt können wir in die nächsten Spiele mit etwas weniger Druck gehen. Ein Druck, den wir uns selbst auferlegt haben. Ein Riesenkompliment an alle im Verein, dass wir den Aufstieg geschafft haben. Nach der Ansage, die wir bewusst nach außen getragen haben. Das tut uns auch als Trainer, Arnor und mir, gut. Es war unsere erste Saison im Profibereich. Wir haben viel mitgenommen, viel gelernt. Dass es mit diesem Erfolg gekrönt wird, ist bombastisch.“

Fabian Gutbrod: „Es ist großartig, dass wir es zu Hause geschafft haben. Ich war, glaube ich, nicht der Einzige, der es am Freitag mit Lübbecke gehalten hat. Als dann klar war, dass uns heute ein Sieg zum Aufstieg reicht, habe ich mich sehr gefreut auf das Spiel. Heute war eine gewisse Anspannung spürbar, es war irgendwie anders. Jetzt bin ich sehr, sehr glücklich. Zum Spiel will ich nur sagen, dass wir nicht unsere beste Leistung hatten, aber trotzdem souverän gewonnen haben. Ich möchte an der Stelle drei Dinge betonen: Erstmal ein Riesenkompliment an die Mannschaft, weil sie es über weite Strecken der Saison geschafft hat, sich so darzustellen, wie wir uns das wünschen und sie sich das vorgenommen hat. Zweitens möchte ich das Trainerteam nennen. Arnor Gunnarsson und Markus Pütz haben es geschafft, diesen Geist zu entfachen und aufrecht zu erhalten. Wenn man die Spiele als BHC-Fan gesehen hat, dann war einfach ganz viel von dem dabei, was man sehen möchte. Die logische Konsequenz daraus war der sportliche Erfolg. Das finde ich sehr bemerkenswert, wenn man sieht, wie wir vor 14 Monaten dastanden. Und als drittes möchte ich ein großes Dankeschön an die Geschäftsführung des Bergischen HC richten. Jörg Föste, Philipp Tychy und Anja Föste sind da zu nennen. Sie haben die gesamte Causa Hamburg, alles um die Lizenz bis hin zur Thematik um Naji vom sportlichen Bereich ferngehalten. Sie haben sehr viel geleistet, damit wir unseren Job machen konnten.“

Bergischer HC – Eulen Ludwigshafen 32:27 (18:11)
Bergischer HC: Rudeck, Diedrich – Beyer (6/6), Massoud (1), Babarskas (2), Servos, Morante Maldonado (6), Babak (1), Seesing (2), Gislason (3), M’Bengue (3), Scholtes (1), Vidarsson, Wasielewski (2), Fraatz, Fuchs (5). Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
Eulen Ludwigshafen: Knudsen, Grupe, Urbic – Stüber (4), Waldvogel (1), Schaller (3/3), Ilic (3), Eisel (2), Haider, Falk (2), Schwarzer (5), James, Straub, Trost (5), Leun (2), Schwarz. Trainer: Johannes Wohlrab
Schiedrichter: Jan Lier und Manuel Lier
Siebenmeter: 6/6 – 3/3
Zeitstrafen: 3 – 2 (M’Bengue (2), Gislason – Stüber, Ilic.
Rote Karte: Ilic (52.)

Morante ins Glück

Der Bergische HC hat es geschafft und auch das Zweitliga-Topspiel gegen HBW Balingen-Weilstetten gewonnen.

Vor 2831 Zuschauern in der fast ausverkauften Unihalle hing die Partie zum Schluss am seidenen Faden, doch Eloy Morante Maldonado übernahm die Verantwortung, zog durch und traf zum 33:32 (15:15)-Endstand. Der Wiederaufstieg in die 1. Handball-Bundesliga ist damit so nah, dass er theoretisch bereits am kommenden Samstag gelingen könnte.

Lange liefen die Bergischen in der ersten Halbzeit hinterher. Zum einen ließen sie recht viele eigene Chancen aus, zum anderen gelang es den Balingern immer wieder, über den Kreis zum Erfolg zu finden. Zwar schafften das die Löwen zunächst auch, als gleich mehrere Male die etablierte Kombination eines Passes von Tomas Babak auf Aron Seesing zum Erfolg führte, doch mit zunehmendem Spielverlauf taten sich die Gäste schwerer, wenn sie im Positionsangriff agieren mussten.

Ins Tempo kam der BHC aufgrund der hohen Effektivität des Gegners nicht so oft, so dass Gerdas Babarkas‘ Treffer nach einer schnellen Mitte guttat. Leicht von der Hand ging den Löwen die Partie allerdings nicht. Nachdem ein Kempa-Trick misslungen war und die Gäste dies sofort mit dem 13:10 aus ihrer Sicht bestraft hatten, nahmen die BHC-Trainer Arnor Gunnarsson und Markus Pütz eine Auszeit.

In der verdeutlichte Pütz, dass man lieber Balinger Rückraum-Würfe zulasse, als weiterhin zu große Lücken am Kreis zu lassen. Diese Marschroute zeigte in der Folge bemerkenswerte Wirkung. Christopher Rudeck hielt zunächst jeden Distanzwurf, der ihm angeboten wurde. Und auf der anderen Seite schlug der BHC zu. Zwei Mal Elias Scholtes sowie ein Mal Seesing stellten auf 13:13. Die erste Löwen-Führung der gesamten Begegnung besorgte Eloy Morante Maldonado nur Sekunden später.

Auch Balingen reagierte mit der Auszeit, traf zwei Mal in Serie. Morante markierte das letzte Tor vor der Pause zum 15:15 – einem durchaus gerechten Ergebnis. Auch danach blieb es eng, weil es den Galliern von der Alb plötzlich wieder gelang, ihren Kreisläufer in Person von Bennet Strobel in Szene zu setzen. Wieder gerieten die Hausherren mit zwei Toren ins Hintertreffen (18:20).

Je länger das Match allerdings dauerte, desto besser wurde der defensive Zugriff des BHC. Seesing und Morante glichen aus, der auf beiden Seiten des Feldes präsente Babarskas – er vertrat am Kreis den angeschlagenen Tjörvi Gislason – schmiss sich nach einem Balinger Ballverlust im Stile eines Footballers auf den Ball und sicherte ihn. Johannes Wasielewski erzielte mit einer Fackel die neuerliche Führung.

Bei diesem Trend blieb es zunächst. Von 22:22 zogen die Löwen durch Tore von Wasielewski, Yannick Fraatz und zwei Mal Seesing auf 26:22 davon und hatten ihren Gegner nun da, wo sie ihn haben wollen. Doch es wurde noch einmal spannend. Die Bergischen leisteten sich Nachlässigkeiten und Fehlwürfe, Balingen kam nach und nach wieder ran. Zwar parierte Rudeck Robert Timmermeisters Gewaltwurf, doch der Ball landete im Seiten-Aus, Tobias Heinzelmann verkürzte vom Kreis auf 28:29.
Sechs Minuten vor Schluss mussten die 2831 feierwilligen Fans in der Unihalle dann doch wieder zittern. Djibril M’Bengue fasste sich ein Herz und traf mit roher Gewalt zum 30:28. Im nächsten Angriff entschärfte Rudeck (zum Schluss 17 Paraden und 37 Prozent Fangquote) wieder gegen Timmermeister – beides zur hörbaren Freude des Publikums. Babak holte den nächsten Siebenmeter heraus. Ein Fall für Noah Beyer, der auf 31:28 stellte.

Formsache war der Rest allerdings nicht. Das Drama stand noch bevor: Balingen verkürzte, Morante flog zwei Minuten vom Feld, und die Gäste eroberten mit einer offensiven Manndeckung zwei Mal blitzschnell den Ball. Aus dem Nichts stand es 31:31 bei noch 95 Sekunden auf der Uhr. Gunnarsson und Pütz mussten das Geschehen mit einer Auszeit beruhigen – das gelang. Tomas Babak tankte sich durch und knallte den Ball zum 32:31 rein. Auch Balingens Coach Matthias Flohr unterbrach die Partie, Elias Flügel egalisierte von außen.

Die Schlussminute lief, als Morante Maldonado von der „Strafbank“ kam, sich den Ball und die Verantwortung nahm. Der 27-Jährige zog durch und traf unter frenetischem Jubel ins Glück. 33:32 – das war der Endstand, weil der BHC in den letzten Sekunden hinten noch einmal alles reinwarf.

Nach dem elften Sieg in Serie und einer weiterhin perfekten Rückrunde fehlen dem BHC nun noch zwei Siege, um den Wiederaufstieg in die 1. Liga perfekt zu machen. Sollte der TV Hüttenberg am Freitag beim TuS N-Lübbecke verlieren, würde bereits ein BHC-Heimerfolg über die Eulen Ludwigshafen am Samstagabend in der Unihalle (18 Uhr) genügen.

Doppelten Grund zur Freude hatte Aron Seesing. Der BHC-Kreisläufer jubelte nicht nur über den Sieg gegen Balingen, er ist auch für das 19-köpfige Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für die bevorstehende EM-Qualifikation nominiert worden. Das deutsche Team trifft am Mittwoch, 7. Mai, um 19 Uhr in Zürich auf die Schweiz und empfängt am Sonntag, 11. Mai, um 18 Uhr in der Stuttgarter Porsche-Arena die Türkei. „Das hat sich Aron erarbeitet“, sagte Trainer Markus Pütz. „Es ist eine tolle Auszeichnung, das auch in der 2. Liga geguckt wird. Die Entwicklung in diesem Jahr ist super. Es ist auch eine schöne Sache für uns als Gesamtverein.“

Löwengebrüll – Stimmen zum Spiel


Bergischer HC – HBW Balingen-Weilstetten 33:32 (15:15)
Bergischer HC: Rudeck, Diedrich – Beyer (3/3), Massoud, Gießelmann, Babarskas (2), Morante Maldonado (6), Babak (1), Seesing (9), Santos, M’Bengue (1), Scholtes (3), Vidarsson, Wasielewski (4), Fraatz (4), Fuchs. Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
HBW Balingen-Weilstetten: Kornecki, Nagy – Heinzelmann (8), Timmermeister (7), Müller (7), Huber (3), Strobel (2), Pfattheicher (2/2), Ingasson (1), Grüner (1), Fügel (1), Ruggiero-Matthes, Leimeter, Santos, Dyatlov, Schüler. Trainer: Matthias Flohr
Schiedsrichter: Steven Heine und Sascha Standke
Siebenmeter: 3/3 – 2/2
Zeitstrafen: 3 – 6 (Babarskas, Morante Maldonado, Seesing – Leimeter (2), Ingasson (2), Huber, Pfattheicher)

Fotostrecke zum Spiel

Bergischer HC - Balingen (23.04.2025)
Bergischer HC - Balingen
© Sportfoto-Sale / K-Media-Sports / Regional-Stimme
« von 17 »

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