So liefen die letzten Saisonspiele vom VFL Gummersbach und vom TBV Lemgo-Lippe – Meistertrainer Bennet Wiegert zum zweiten Mal zum „Trainer der Saison“

Tibor Ivanisevic – © Sportfoto-Sale (MK)

VfL krönt Saisonabschluss mit Heimsieg gegen Göppingen

Gummersbach. (PM VFL) Zum Abschluss der Bundesligaspielzeit 2023/24 hat der VfL Gummersbach am Sonntag seinen 20. Saisonsieg in der LIQUI MOLY HBL eingefahren.

Gegen die Mannschaft von FRISCH AUF! Göppingen gewannen die Oberbergischen vor 4.132 Zuschauern in der zum 13. Mal in Folge ausverkauften SCHWALBE arena mit 33:32 (15:11). Mit einer soliden, wenngleich nicht immer souveränen Vorstellung gegen die Kontrahenten aus Göppingen verabschiede sich die Mannschaft von Gudjon Valur Sigurdsson mit einem Last-Minute-Erfolg und gleichzeitig dem sechsten Heimsieg in Folge in die Sommerpause. Aufgrund des parallelen Unentschiedens der MT Melsungen gegen den THW Kiel bleiben die Blau-Weißen mit 43:25 Punkten auf dem sechsten Tabellenrang, der den VfL in der Saison 2024/25 zur Teilnahme an der Qualifikationsrunde für die EHF European League berechtigt.

Anders als in den vergangenen beiden Begegnungen starteten die Gummersbacher fahrig in die Partie. Nach der ersten Führung zum 1:0 durch Dominik Mappes (2. Minute) und dem 2:1 durch Kristjan Horžen (3. Minute) widerfuhren den Hausherren leichte Fehler im Spielaufbau, die sie in Minute vier erstmals in Rückstand brachten (2:3). In der Defensive war auf VfL-Keeper Daniel Rebmann Verlass, der zwei Mal in Folge stark parierte, so dass sich die Blau-Weißen die Führung zurückeroberten (4:3, 7. Minute). Auch wenn offensiv noch nicht alles nach Plan lief, legten die Oberbergischen fortan vor, während die Gäste aus Göppingen bis zum 6:6 in Minute 16 stetig nachlegten.

Zwei Treffer durch Horžen und Arnór Óskarsson erhöhten den Spielstand auf 8:6 für die Gastgeber (18. Minute), die ihre Angriffe nun disziplinierter vortrugen und konsequenter zum Torerfolg kamen. Einen technischen Fehler von FRISCH AUF! nutzte Lukas Blohme in der 20. Minute zum ersten Drei-Tore-Vorsprung (10:7) und analog in der 23. Minute zum ersten Vier-Tore-Vorsprung (13:9). Aus einer organisierten Deckung heraus spielten die Gummersbacher ihren Stil runter und hielten die Göppinger auf Distanz. In die Pause ging es für die beiden Teams mit einem 15:11-Halbzeitstand.

Im Gegensatz zum Beginn des ersten Durchgangs trumpften die Hausherren nach dem Seitenwechsel direkt auf. Drei VfL-Tore hintereinander durch Horžen und Tilen Kodrin (2) schraubten den Spielstand in der 33. Minute auf 18:11. In der Folge ließen es die Blau-Weißen jedoch teilweise zu gemächlich angehen und verspielten ihre komfortable Führung. Ein 3:0-Lauf der Gäste ließ den Vorsprung bis zur 37. Minute zunächst auf vier Tore schrumpfen (37. Minute). Auf den Treffer von Julian Köster zum 20:15 in der 39. Minute folgten allerdings gar fünf Gummersbacher Gegentore in Serie, so dass die Göppinger sogar wieder gleichzogen (20:20, 42. Minute).

Prompt zogen die Oberbergischen wieder das Tempo an. Zwei Tore durch Giorgi Tskhovrebadze und Ole Pregler stellten die Kräfteverhältnisse wieder gerade (23:21, 46. Minute). Die folgende Doppelparade von Rebmann stachelte auch das Publikum wieder auf, das im Anschluss auch das 24:21 durch Pregler bejubelte (47. Minute). Das Sigurdsson-Team agierte nun wieder diszipliniert und mit der nötigen Ruhe auf der Platte, um einen knappen Vorsprung zu verwalten. Nach dem 32:28 durch Miro Schluroff in der 56. Minute wurde es allerding noch einmal eng, denn durch drei Treffer hintereinander schlossen die Göppinger wieder bis auf ein Tor auf (32:31, 59. Minute). In der Schlussminute fiel sogar der 32:32-Ausgleich für die Gäste, ehe Pregler unter tosendem Applaus in buchstäblich letzter Sekunde den 33:32-Siegtreffer markierte

Niederlage in Stuttgart: TBV fehlt im Saisonfinale die letzte Kraft

Lemgo. (PM TBV) Der TBV Lemgo Lippe hat die Saison 2023/24 mit einer Auswärtsniederlage beendet.

Am 34. Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga sah gegen den TVB Stuttgart lange alles danach aus, dass das Team von TBV-Trainer Florian Kehrmann seinen fünften Erfolg in der Fremde feiern könnte – doch im zweiten Abschnitt ging den Lemgoer Handballern die Puste aus. Die Begegnung in der Stuttgarter Porsche-Arena endete schließlich mit einer knappen 27:29 (13:9)-Niederlage.

Beim Abschlusstraining hatten die Lipper am Samstag noch Besuch von einem alten Bekannten bekommen: Weltmeister und TBV-Pokalheld Gedeón Guardiola stattete seinen ehemaligen Teamkollegen eine kurze Stippvisite ab, ehe sich der TBV-Tross gegen 13 Uhr auf die gut 460 Kilometer lange Auswärtsfahrt begab. Mit an Bord waren auch Frederik Simak, Jan Brosch und Thomas Houtepen, welche mit ihren Verletzungen jedoch weiterhin nur zuschauen konnten. Stattdessen schickte Kehrmann zunächst Urh Kastelic, Samuel Zehnder, Emil Laerke, Tim Suton, Nicolai Theilinger, Leos Petrovsky und Bobby Schagen ins Rennen.

TBV Trainer Florian Kehrmann – © Sportfoto-Sale (MK)

Los geht’s: Vor ausverkaufter Kulisse erwischten die Stuttgarter zunächst einen guten Start in die Begegnung, konnten durch Rückraumtreffer von Adam Lönn (1., 0:1) und Kai Häfner (2., 0:2) schnell in Führung gehen. Doch der TBV behielt die Ruhe und drehte das Spiel in der Folge erfolgreich in seine Richtung. Erst setzte Suton seine Mitspieler zweimal glänzend in Szene (6., 2:2), dann begann die Laerke und Kastelic-Show. Mit seinem bereits dritten Treffer erzielte der Däne Laerke nach elf Minuten die 6:4-Führung für Lemgo. Zu diesem Zeitpunkt hatte TVB-Keeper Silvio Heinevetter noch keinen Finger an den Ball bekommen. Ganz anders sah es auf der Gegenseite aus, wo Kastelic das Lemgoer Tor im ersten Abschnitt nahezu vernagelte. Als Theilinger nach einem technischen Fehler der Hausherren zur 7:4-Führung (12.) traf, hatte TVB-Trainer Michael Schweikhardt genug gesehen und forderte in einer Auszeit mehr Härte in der Abwehrarbeit seines Teams. Doch die Wirkung blieb zunächst aus. Die Lipper konnten weiter munter ihre Kreise ziehen und Petrovsky erhöhte nach 16 Minuten auf 10:5. In der Folge verlor der TBV jedoch seine Kaltschnäuzigkeit vor dem TVB-Tor, ließ einige gute Chancen liegen und verpasste es seine deutliche Überlegenheit in eine noch höhere Führung umzumünzen. Mit seiner zehnten Parade (Paradenquote: 53%) sorgte Kastelic mit dem Pausenpfiff dennoch dafür, dass sein Team mit einem knappen 13:9-Vorsprung in die Kabine gehen konnte.

Zweiter Abschnitt: Zum Start der zweiten Halbzeit sah zunächst vieles danach aus, als könne der TBV seinen Stiefel weiter runterspielen. Kastelic ließ Parade elf und zwölf auf sein Konto wandern, während Suton vorne mit einem Durchbruch die Vier-Tore-Führung wiederherstellte (38., 18:14). Doch der TVB ließ sich im Saisonfinale zu keinem Zeitpunkt abschütteln und steigerte nun seine Wurfeffektivität. Vor allem der quirlige Hanusz stellte die Lemgoer Abwehr nun immer häufiger vor Probleme. Und vorne? Dort ließen die Lipper weiterhin beste Chancen ungenutzt. Nachdem Zehnder den Ball von Außen am Stuttgarter Tor vorbeisetze (45., 20:18), schaltete der TVB blitzschnell um und sorgte in Person von Häfner für den 19:20-Anschlusstreffer. Nach einem misslungenen Anspiel von Versteijnen auf Hübke, war es dann Zieker, der den Ball im Gegenstoß zur ersten TVB-Führung seit der fünften Minute im Lemgoer Tor unterbrachte (49., 21:22). Der TBV stemmte sich mit allen verbliebenen Kräften gegen das Momentum und die drohende Niederlage. Petrovsky tankte sich in der 53. Minute noch einmal durch und sorgte für das 23:23-Unentschieden. Immer mehr zum Faktor wurde nun jedoch auch Heinevetter, welcher mit einer weiteren wichtigen Parade den Weg zur 25:27-Führung seines Teams ebnete (56.). Lemgo hingegen sollte hingegen ab der 38. Minute keine weitere Parade vergönnt sein. Als sich 60 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 26:27 dennoch noch einmal die Chance auf den Ausgleich bot, landete der Pass von Suton in den Händen von Lönn, welcher aufs leere Tor zur Vorentscheidung traf. Endgültig den Deckel drauf setze wenige Sekunden vor dem Ende Marino Maric, welcher einen irregulären Treffer zum 27:29-Endstand erzielte.

Durch die Niederlage verpasst der TBV zum Ende der Spielzeit den Sprung auf Tabellenplatz neun und beendet die Saison 2023/24 mit 28:40-Punkten auf Rang zehn. Für die Spieler des TBV Lemgo Lippe beginnt nun die freie Zeit, ehe ab dem 1. Juli die Vorbereitung auf die Saison 2024/25 startet.

Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Wir haben hier heute noch einmal alles reingeworfen und bis zur letzten Sekunde dagegenhalten. In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut Abwehr gespielt, sind mit einer verdienten Führung in die Pause gegangen, haben dann aber leider Gottes überhaupt nicht mehr in unser Abwehrspiel gefunden. Dadurch waren wir immer drauf angewiesen vorne zu treffen. Mit zunehmender Dauer hat dann irgendwann auch die Kraft gefehlt. Da hat sich das Fehlen von Jan Brosch und Frederik Simak bemerkbar gemacht. Insgesamt kann ich den Jungs heute keinen Vorwurf machen. Bis zur letzten Aktion ist es ein enges Spiel, bei dem wir einen Punkt mitnehmen können. Hut ab! Nun geht es in den Urlaub, wo sich alle hoffentlich gut erholen, um in der nächsten Saison wieder voll angreifen zu können.“

TVB Stuttgart: Heinevetter (10 Paraden), Vujovic; Villalobos, Fernandez (1), Hanusz (6), Lönn (6), Ivankovic (1), Röthlisberger, Nicolaus, Forstbauer (1), Zieker (3), Pfattheicher (1), Maric (2), Häfner (4), Slaninka (1)

TBV Lemgo Lippe: Zecher, Kastelic (12 Paraden); Hutecek (3) Theilinger (1), Zehnder (5/4), Battermann, Laerke (5), Schagen, Carstensen (1), Suton (2), Zerbe, Versteijnen (1), Hübke, Petrovsky (6)

Meistertrainer Bennet Wiegert zum zweiten Mal zum „Trainer der Saison“ gewählt

Köln. (PM HBL) Der SC Magdeburg hat in der Saison 2023/24 unter Trainer Bennet Wiegert mit der deutschen Meisterschaft und dem Triumph im DHB-Pokal das nationale Double geholt.

SCM Coach Bennet Wiegert – © Sportfoto-Sale (MK)

Dafür wurde Wiegert nun von den Trainern, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern der 18 Clubs der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mit großem Vorsprung zum „Trainer der Saison 2023/24“ gewählt.

Die Handball-Bundesliga GmbH zeichnet Bennet Wiegert im Rahmen des letzten Heimspiels des SCM am 02.06. gegen Wetzlar in der ausverkauften GETEC Arena aus.

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann wird dann nicht nur gemeinsam mit HBL-Präsident Uwe Schwenker die Meisterschale an das Team des SC Magdeburg überreichen, sondern Bennet Wiegert auch seine individuelle Auszeichnung übergeben.

Diese hatte der gebürtige Magdeburger bereits am Ende der Saison 2021/22 erhalten, als er seinen SCM ebenfalls auf beeindruckende Weise zum Meistertitel in der „stärksten Liga der Welt“ geführt hatte.

In der aktuellen Saison blieb der 42-Jährige mit seinem Team wettbewerbsübergreifend starke 30 Spiele in Serie ungeschlagen. Zudem gelang der lang ersehnte Erfolg im DHB-Pokal. Nach zuvor zwei verlorenen Endspielen in Folge konnte der SCM beim REWE Final4 2024 endlich die Trophäe in den Himmel recken.
Einen weiteren Titel sicherte sich der SC Magdeburg zuvor beim IHF Super Globe und schaffte zudem den Sprung ins EHF Champions League Final4. Hier werden die Magdeburger am 08./09. Juni in Köln als Titelverteidiger um die nächste Trophäe kämpfen.

Wiegert, der bereits seit 2015 Cheftrainer der Magdeburger ist, folgt als „Trainer der Saison“ auf Gudjon Valur Sigurdsson vom VfL Gummersbach. Der Isländer wurde im vergangenen Jahr von den Trainern, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern ausgezeichnet und landete nun auf dem zweiten Rang.

Die Titelträger der letzten 5 Jahre:
2023/24: Bennet Wiegert (SC Magdeburg)
2022/23: Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach)
2021/22: Bennet Wiegert (SC Magdeburg)
2020/21: Florian Kehrmann (TBV Lemgo Lippe)
2019/20: Filip Jicha (THW Kiel) 




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