
Lemgo. (PM TBV) Mit 9:3-Punkten und dem Einzug ins Achtelfinale des DHB Pokals ist der TBV Lemgo Lippe erfolgreich in die Saison 2025/26 gestartet.
Darauf aufruhen möchte sich der lippische Handball-Bundesligist jedoch nicht. „Wir wollen unbedingt die nächsten beiden Punkte holen und unseren positiven Lauf bestätigen“, brennt TBV-Trainer Florian Kehrmann bereits auf das Derby am morgigen Samstag (4.10.) gegen GWD Minden. Die Begegnung des 7. Spieltags der DAIKIN Handball-Bundesliga wird um 19 Uhr in der Kreissporthalle Lübbecke angeworfen.
„Ich freue mich sehr, dass wir dieses Jahr wieder ein Derby haben!“, blickt Kehrmann nach dem Pokalerfolg in Hagen voraus. „Die Jungs sind richtig heiß, direkt das nächste Spiel anzugehen. Nach dem Pokalspiel stand die Regeneration im Vordergrund, gestern also Erholung, und heute starten wir die akribische Vorbereitung auf Minden“, so Kehrmann weiter. Nach dem Abstieg in der Saison 2022/23 gelang den Grün-Weißen in der vergangenen Zweitliga-Saison am letzten Spieltag der kaum noch für möglich gehaltene Aufstieg ins Oberhaus. Doch auf die Euphorie des Aufstiegs folgte die Nachricht, dass die geplante Rückkehr in die Kempa-Halle erneut verschoben werden muss und die Sanierungsarbeiten nicht rechtzeitig zum Ligastart abgeschlossen werden können. Der Start in die Saison verlief für GWD dennoch zunächst positiv. Auf ein 28:28-Unentschieden zum Auftakt gegen Göppingen, folgte am vierten Spieltag ein wichtiger 23:30-Auswärtssieg beim Mitaufsteiger Bergischer HC. Seither hat das Team von Aaron Ziercke jedoch mit Personalproblemen zu kämpfen und reagierte Mitte September mit der Verpflichtung des Ex-Lemgoers und ausgewiesenen Defensivexperten Azat Valiullin auf die angespannte Situation. Mit 3:11-Punkten stehen die Dankerser derzeit einen Punkt über dem Strich auf Platz 16. Gefährlichster Angreifer ist Karolis Antanavicius mit 35 Saisontoren.
Eine schwere Aufgabe sieht Kehrmann auf sein Team zukommen: „Uns erwartet eine voll besetzte Halle mit tollem Publikum und starker Unterstützung aus Lemgo, da sicherlich viele Fans die Reise antreten und uns anfeuern werden. Unser Gegner spielt im Angriff sehr geduldig, wartet immer wieder auf seine Chancen, setzt viel auf Tiefenläufe und versucht oft, den Kreisläufer in Szene zu setzen. In der Abwehr wird es darauf ankommen, den Ball gut zu bewegen. GWD agiert sehr flexibel – mal gehen sie aggressiver nach vorne, dann verteidigen sie wieder sehr kompakt. Zudem haben sie in den letzten Spielen mit Neuzugang Azad Valiullin, der eine entsprechende Erfahrung und eine Historie beim TBV mitbringt, deutlich mehr Stabilität in die Abwehr bekommen. Wir freuen uns sehr auf das Spiel in Minden und wollen unbedingt die nächsten beiden Punkte holen und unseren positiven Lauf bestätigen“, so der Lemgoer Trainer.
An das letzte Aufeinandertreffen mit den Dankersern haben die Lipper keine gute Erinnerung: Im April 2023 unterlag man mit 35:36. Von den letzten fünf Pflichtspielen wurden drei gewonnen, zwei verloren.
Geleitet wird die Begegnung am Samstagabend vom Schiedsrichtergespann Frederic Linker und Sascha Schmidt. Dyn überträgt das Spiel ab 18:45 Uhr live. Zudem sind noch Stehplatztickets für Kurzentschlossene erhältlich.
DHB Pokal: TBV gibt sich in Hagen keine Blöße
„Volle Pulle“ angekündigt, volle Pulle geliefert! Der TBV Lemgo Lippe hat seine gute Form auch im DHB Pokal unter Beweis gestellt. Beim Zweitligisten VfL Eintracht Hagen stellten die Lipper die Weichen früh auf Sieg und zogen letztendlich mit einem 25:35 (11:19)-Erfolg verdient in das Achtelfinale ein.
Gegen den Tabellenvierten der zweiten Liga musste TBV-Trainer Florian Kehrmann wie in den vergangenen Wochen auf Adam Nyfjäll (Knieprobleme), Hendrik Wagner (Bauchmuskelverletzung) und Jan Mudrow (Kreuzbandriss) verzichten. Zudem fehlte Samuel Zehnder, der sich im Spiel gegen den Bergischen HC eine Außenbandverletzung zugezogen hatte. Frederik Simak, der gegen den BHC fehlte, konnte dem TBV in Hagen hingegen wieder helfen – ebenso wie Meeno Carstensen, Benjamin Bröhl, Sadik Herseklioglu und Thore Rahmlow vom Team HandbALL.
Mit reichlich Selbstvertrauen durch den Punktgewinn im Zweitliga-Spitzenspiel gegen Hüttenberg starteten die Hagener in das Spiel und überlisteten Urh Kastelic im Lemgoer Tor mit einem frechen Aufsetzer zur 1:0-Führung. Doch was zu diesem Zeitpunkt niemand in der Halle ahnen konnte: Es sollte an diesem Abend die letzte Führung des Heimteams bleiben. Denn in der Folge trumpfte der TBV groß auf und zog durch fünf Tore von Kapitän Tim Suton zunächst auf 3:5 (11.) und durch weitere Treffer von Joel Willecke, Frederik Simak und Leve Carstensen nur 60 Sekunden später auf 3:8 (12.) davon. Auch eine Auszeit der Hausherren änderte nichts an den deutlichen Kräfteverhältnissen. Nach einem Steal von Niels Versteijnen hatte der Holländer einfaches Spiel und baute die Führung auf 3:11 (15. Minute) aus. Mit seinem Tor zum 4:11 (16.) unterbrach der Iraner Pouya Norouzinezhad eine knapp sechsminütige Durststrecke der Heimmannschaft. Die Lemgoer ließen jedoch auch in der Abwehr weiterhin nichts anbrennen, hatten nach 21 Minuten grade einmal 12 Würfe auf das Tor von Urh Kastelic zugelassen, während Lukas Hutecek vorne die 18. Wurfchance zum 14. Treffer veredelte (22., 7:14). Auch in Abwesenheit von Suton, der durch Youngster Sadik Herseklioglu etwas Luft verschafft bekam, blieb der Klassenunterschied an diesem Abend sichtbar. Herseklioglu machte es Suton gleich, fasste sich ein Herz und spazierte beim Treffer zum 8:15 durch die immer größer werdenden Lücken im Hagener Abwehrverbund. Zur Halbzeit war das Spiel beim Stand von 11:19 bereits vorentschieden.
Der zweite Abschnitt begann, wie der erste: Kapitän Suton kannte kein Erbarmen und erzielte beim 11:20 bereits seinen achten Treffer. Am Ende des Abends sollten elf Treffer und sechs Assists auf seinem Konto stehen. Zwar ließen die Lemgoer zwischenzeitlich die Stabilität in der Abwehr vermissen, wodurch der Vorsprung minimal schrumpfte (44., 19:25), doch ein letztes Aufbäumen der Eintracht unterband der TBV durch Treffer des immer stärker werdenden Hutecek rigoros (28., 20:28). Auch ein letzter Versuch der Hagener mit drei Kreisläufern zu agieren verpuffte. Und so bat sich Kehrmann die Chance seinen mitgereisten Youngstern Spielzeit zu geben. Thore Rahmlow (53., 23:32) und Benjamin Bröhl (57., 24:35) nutzten sie für ihre ersten Pflichtspieltore im TBV-Gewand. Den Schlusspunkt setzte Meeno Carstensen.
Mit dem Sieg zieht der TBV in das Achtelfinale des DHB Pokals ein, das Anfang November ausgespielt wird. Weiter geht es für die Lemgoer bereits am Samstag (4.10.) mit dem Derby gegen GWD Minden in der Kreissporthalle Lübbecke.
Florian Kehrmann nach dem Spiel: „Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Wir haben die Aufgabe seriös gelöst, von Anfang an gut angegriffen und durch eine starke Abwehrarbeit zu einfachen Toren gefunden. Die Zweikämpfe haben wir bestraft und in der zweiten Halbzeit direkt daran angeknüpft. Als wir mit über 10 Toren führten, konnten wir die Einsatzzeiten besser verteilen. Diesen Schwung nehmen wir mit ins nächste Spiel. Jetzt erwartet uns ein heißes Derby, auf das wir uns freuen. Wir werden alle Kräfte sammeln, um am Samstag die nächsten Auswärtspunkte gegen Minden zu holen.“
VfL Eintracht Hagen – TBV Lemgo Lippe 25:35 (11:19)
TBV Lemgo Lippe: Möstl (1 Parade), Kastelic (8 Paraden); Suton (11), Hutecek (7), Versteijnen (5), Faust (2), Willecke (3), L. Carstensen (2), Simak (1), Schagen (1), Rahmlow (1), Herseklioglu (1), Brühl (1), M. Carstensen (1), Theilinger
VfL Eintracht Hagen: Paske (7 Paraden), Bochmann (2 Paraden); Norouzinezhad (8), Richter (5), Jungemann (3), Knak (2), Styrmisson (2), von Boenigk (2), Höler (1), Prhl (1), Alves (1), Pieczkowski, Voss-Fels, Pfalzer, Kutz
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