
Wuppertal. (PM BHC) Mehrfach hatte der Bergische HC die Chance, das erste Bundesligaspiel des neuen Jahres gegen die MT Melsungen zu drehen.
Doch immer wieder leistete sich die Mannschaft genau in solchen Situationen Nachlässigkeiten und lud den Gegner so zu einfachen Toren ein. Das 26:29 (14:16) wurde dem Spielverlauf daher gerecht.
Die ersten 20 Minuten gehörten allerdings den Gastgebern. Christopher Rudeck fand hervorragend ins Match, entschärfte auch viele freie Bälle und war mit einer Fangquote von 55 Prozent überragender Spieler. Im Angriff nutzte die Mannschaft die Vorlage allerdings zu selten. Der BHC führte 7:6 und nach Fynn Hangsteins erstem Treffer im Löwen-Dress 9:7, hätte aber deutlicher in Front gehen können. Mit vielen technischen Fehlern und zum Teil überhasteten, wenig zwingenden Abschlüssen machte sich der BHC selbst das Leben schwer.
Als dann auch die Abwehr lückenhafter wurde, nutzten die Melsunger das aus und kompensierten sogar eine Rote Karte gegen Nikolaj Enderleit und die daraus folgende Unterzahl erfolgreich. In der Schlusssekunde der ersten Halbzeit markierten die Gäste ihre erste Zwei-Tore-Führung überhaupt, nachdem Rudeck bei einer Parade Pech hatte und der Abpraller der MT wieder vor die Füße sprang.
Aus der Kabine kamen die Gastgeber recht schwach zurück. Sie leisteten sich weiterhin viele Fehler und teilweise unvorbereitete Würfe. Die MT zog von 16:14 auf 19:15 weg. Das nun folgende Bild wiederholte sich in seiner Struktur mehrfach: Noah Beyer, der neun Mal traf und sich in guter Form befand, verkürzte mit zwei Toren auf 17:19, Kim Voss-Fels gelang mit dem ersten Bundesliga-Tor seiner Laufbahn der Anschluss. Der BHC schien am Drücker, 2114 Fans hofften in der Wuppertaler UNIHALLE auf die Wende. Zwei Fehler später führten die MT wieder mit drei Treffern.
Auch vom späteren 21:25 erholte sich der BHC, verkürzte durch Julian Fuchs und Sören Steinhaus jeweils noch mal auf zwei Tore Unterschied. Doch auch in den letzten zwei Minuten änderte sich das Bild nicht. Wenn die MT treffen musste, traf sie – oder profitierte von einem technischen Fehler des BHC. 16 Stück hatten die Löwen zum Schluss auf dem Konto – in der Regel zu viele, um in der 1. Liga zu gewinnen.
Löwengebrüll – Stimmen zum Spiel
Roberto Garcia Parrondo: „Wir sind natürlich zufrieden mit dem Sieg. Es ist immer gut, mit einem Erfolg zu beginnen. Es war klar, dass es hier nicht einfach ist, zu gewinnen. Unser Angriff war nicht so gut. Unsere Abwehr hat gut funktioniert, der BHC hatte Probleme, Tore zu machen. Das war das Entscheidende, warum wir das Spiel gewonnen haben.“
Markus Pütz: „Wir gewinnen das Torhüter-Duell, aber wir machen 16 technische Fehler. Vor allem in Phasen, in denen es sehr, sehr wehtut – zum Teil haarsträubend. Es war insgesamt einfach zu wenig. Mit den ersten 20 Minuten sind wir eigentlich zufrieden, dann lassen wir nach in der Abwehr, haben keine Helfer-Situationen mehr, und es wird zu einfach für Melsungen. Es war einfach ein Spiel, das wir nicht verdient haben zu gewinnen. Für uns ist es in der Bewertung wichtig, dass die junge Mannschaft diese Wellenbewegungen hat. Darauf sind wir vorbereitet. Jetzt geht es darum, das schnell abzuhaken und nicht hinterher zu trauern. Wir wären gerne zu Hause mit zwei Punkten gestartet. Das hat nicht sollen sein. Wir werden das analysieren, und dann geht es in Eisenach weiter.“
Fabian Gutbrod: „Es war eine verdiente Niederlage. Mit der Angriffsleistung können wir nicht zufrieden sein. Wir machen über das gesamte Spiel viel zu viele technische Fehler und greifen im Sechs gegen Sechs auch nicht gut an. Wir haben auch in den letzten zehn, zwölf Minuten immer noch Ballgewinne. Aber: Jedes Mal, wenn wir es schaffen könnten, das Momentum auf unsere Seite zu ziehen, haben wir einen überhasteten Abschluss oder einen technischen Fehler. Deshalb konnten wir nichts holen.“
Bergischer HC – MT Melsungen 26:29 (14:16)
Bergischer HC: Rudeck, Diedrich – Beyer (9/4), Becher, Massoud, Steinhaus (4), Schöttle (2), Babak, Hangstein (2), Babarskas (1), Seesing, Kooij (1), Wasielewski (3), Voss-Fels (1), Fuchs (3), Michalski. Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
MT Melsungen: Palasics, Simic, Bartucz – Marchan (3), Enderleit (1), Mandic (3), Sipos, Kristopans (4), Ignatow, Dorsten (1/1), Stefansson (5), Kulesh (4), Arnarsson, Schefvert (4), Eickhoff, Kastening (4)
Schiedsrichter: Thomas Kern und Thorsten Kuschel
Siebenmeter: 4/4 – 1/1
Zeitstrafen: 4 – 3 (Babarskas (2), Seesing (2) – Schefvert (2), Stefansson)
Rote Karte: Enderleit (22.)
Soeren Servos erhält Zweitspielrecht beim TuS Ferndorf
BHC-Youngster Soeren Servos wird mit sofortiger Wirkung mit einem Zweitspielrecht für den Zweitligisten TuS Ferndorf ausgestattet. Bislang war Servos im Rahmen der Kooperation mit einem Zweitspielrecht beim TuS 82 Opladen vorgesehen. Die Verantwortlichen der Clubs haben sich nun darauf verständigt, dass Servos ab sofort für die Siegerländer aufläuft.
Soeren Servos, der sich in seinem Premierenjahr als Profi bei den Bergischen Löwen befindet und noch einen Vertrag bis Sommer 2028 beim BHC besitzt, wird mit der neuen Konstellation des Zweitspielrechts bis zum Saisonende noch mehr Spielzeit in einer möglichst hohen Spielklasse sammeln können. Im Rahmen der Vorbereitung auf die Saison 2026/27 wird die Kaderkonstellation neu bewertet.
„Herzlichen Dank an den TuS 82 Opladen, die in unkomplizierten und konstruktiven Gesprächen der neuen Ausrichtung für Soeren zugestimmt haben“, bedankt sich Fabian Gutbrod, Sportlicher Leiter des BHC. „Somit kann er die Chance nutzen, weitere wichtige Erfahrungen auf hohem Niveau zu sammeln.“
Diedrich-Abschied im Sommer

Lukas Diedrich, der im Sommer 2024 vom TuSEM Essen zu den Löwen kam, wird den Bergischen HC zum Saisonende nach zwei Jahren wieder verlassen. Der Torhüter hat sich nach den Vertragsgesprächen für einen Wechsel entschieden und wird sich ab Sommer einer neuen sportlichen Aufgabe widmen.
„Nach dieser Entscheidung liegt mein Fokus vollständig auf dem sportlichen Erfolg des Vereins“, lässt „Didi“ keinen Zweifel daran, dass es bis zum Ende seines Vertrages mit dem BHC noch Einiges zu erreichen gilt. „Unser klares Ziel ist der Klassenerhalt, und wir werden alles daransetzen, den Verein dort zu halten wo er hingehört – nämlich in der 1. Liga.“
„Lukas hat sich hier ganz schnell integriert, als er zu uns kam und sich immer vorbildlich im Sinne der Mannschaft verhalten. Leider hatte er in seiner Zeit nicht die sportliche Rolle, die er sich erhofft und wir uns für ihn gewünscht haben“, blickt Fabian Gutbrod, Sportlicher Leiter des BHC zurück. „Von daher kann ich seine Entscheidung nachvollziehen, sich für einen erneuten Wechsel entschieden zu haben um wieder mehr Spielanteile zu bekommen. Bis dahin ist er aber noch Teil der Löwen und ich bin mir absolut sicher, dass er alles für unser Ziel, den Klassenerhalt geben wird. Für seine Zukunft wünsche ihm persönlich und sportlich nur das Beste.“
Mit dem Abgang von Lukas Diedrich stehen mit Christopher Rudeck (2027) und Louis Oberosler (2028), dessen Ausleihe in die 2. Handball-Bundesliga zum TSV Bayer Dormagen im Sommer endet, über die Saison hinaus zwei Torhüter bei den Bergischen Löwen unter Vertrag.
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