
Märkischer Kreis. (pmk) Ehrlicher Dialog mit klaren Worten und ohne Beschönigungen: Landrat Ralf Schwarzkopf hatte Kiersper Vertreter aus Finanzwesen, Wirtschaft und Gesellschaft im Kreishaus Lüdenscheid zu Gast. Neben den aktuellen politischen Entwicklungen standen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen und Banken im Fokus.
Landrat Ralf Schwarzkopf sprach im Kreishaus mit den von der Volksbank Kierspe eingeladenen Gästen über die bestehenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. An dem Gespräch mit dem Landrat nahmen Stephan Böhse (Vorstand Volksbank Kierspe), Corinna Hohage-Jentsch (Aufsichtsrätin der Volksbank Kierspe und Agraringenieurin), Dr. Christian Drefahl (Gruppenleiter Regulatorische Anforderungen BVR, Bonn), Gregor Myrda (Katholischer Pastor), Axel Sokolowski (Geschäftsführer Gebrüder Sokolowski Bedachungen GmbH), WP/StB Prof. Dr. M. Karsten Hoffmann LL.M. (TBH Treuberatung Hoffmann, Herdecke), Peter Schliefer (Geschäftsführer und Gesellschafter der Schliefer GmbH, Gummersbach), Mats Böhse (Schüler) und Matthias Eggers (Mitglied des Landtags NRW, CDU) teil. Die Runde nutzte das Treffen für einen offenen und ehrlichen Austausch zur aktuellen wirtschaftlichen Situation.
Ein zentrales Thema war die Regulierung und Bürokratie, die insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen sowie regionale Banken weiterhin belastet. Die Teilnehmer machten deutlich, dass der bürokratische Aufwand vielfach Ressourcen bindet, die an anderer Stelle – etwa für Innovationen oder Investitionen – fehlen. Gleichzeitig wurde die Hoffnung geäußert, dass auf Bundes- und Landesebene spürbare Entlastungen folgen. Auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wurde kritisch diskutiert. Steigende Kosten, komplexe Vorgaben und langwierige Verfahren seien Faktoren, die den Standort zunehmend unter Druck setzen.
Landrat Ralf Schwarzkopf nahm die Impulse aus der Runde auf und betonte die Rolle der kommunalen Ebene: „Wir können die großen wirtschaftspolitischen Stellschrauben nicht alleine drehen. Aber wir können vor Ort dafür sorgen, dass Prozesse schneller, einfacher und verlässlicher werden. Genau daran arbeiten wir im Märkischen Kreis gemeinsam mit unseren Städten und Gemeinden.“
Vergaberecht: Mehr Freiheit, mehr Verantwortung
Ein konkreter Ansatzpunkt wurde im Gespräch besonders hervorgehoben: die Reform des Vergaberechts in Nordrhein-Westfalen. Zum 1. Januar dieses Jahres ist ein grundlegender Systemwechsel in Kraft getreten. Für kommunale Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte werden die bisherigen Regelwerke weitgehend abgeschafft. Dazu zählen unter anderem die Unterschwellenvergabeordnung, die Vergabe- und Auftragsordnung für Bauleistungen sowie spezifische Vorgaben für Planungsleistungen. Stattdessen gilt der neue Paragraf 75 a der Gemeindeordnung NRW. Dieser formuliert bewusst offen gehaltene Prinzipien: Vergaben müssen wirtschaftlich, effizient und sparsam erfolgen sowie die Grundsätze von Gleichbehandlung und Transparenz beachten.
Wie genau diese Vorgaben umgesetzt werden, liegt nun stärker in der Verantwortung der Kommunen selbst. „Für die kommunale Praxis bedeutet das mehr Flexibilität und schnellere Verfahren“, sagte Landrat Ralf Schwarzkopf. „Wir werden die neuen Möglichkeiten klug nutzen. Das kann wie ein kleines Konjunkturprogramm für unseren Märkischen Kreis wirken. Schnellere Vergaben bedeuten schnellere Aufträge. Davon profitieren unsere heimischen Unternehmen direkt.“ Mit dem Wegfall bisheriger Vorgaben – etwa komplexer Nachweis- und Verfahrenspflichten – wird der bürokratische Aufwand spürbar reduziert. Das erleichtert insbesondere kleineren Betrieben den Zugang zu öffentlichen Aufträgen.
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