
Iserlohn. (PM Kangaroos) Zwei Verlängerungen, lautstarke Heimfans und ein Kampf bis zur letzten Aktion: Die Iserlohn Kangaroos haben gegen die Hertener Löwen einen nervenaufreibenden Basketballabend erlebt – mit dem bitteren Ende auf ihrer Seite.
Nach 50 kräftezehrenden Minuten musste sich das Waldstadtteam in der Matthias-Grothe-Halle mit 78:79 geschlagen geben. Durch die denkbar knappe Niederlage rutschen die Kangaroos vorübergehend wieder auf den vierten Tabellenplatz und damit hinter die Hertener Löwen zurück.
Die Voraussetzungen für diesen Kraftakt waren auf beiden Seiten schwierig. In der vergangenen Woche war eine Grippewelle durch die Mannschaft der Kangaroos gegangen. Nicht alle Akteure konnten vollständig fit in die Begegnung starten, auf Jordan Iloanya musste Iserlohn ganz verzichten. Auch die Hertener reisten mit einem dünnen Kader an. Letztlich kamen auf beiden Seiten jeweils nur neun Spieler zum Einsatz. Dass an diesem Abend gleich 50 Minuten zu absolvieren waren, verlangte den eingesetzten Akteuren entsprechend viel ab.
Schon zu Beginn wurde deutlich, dass beide Mannschaften um ihren offensiven Rhythmus ringen mussten. Ballverluste und vergebene Möglichkeiten prägten die Begegnung. Die Kangaroos lagen nach dem ersten Viertel mit 10:14 zurück, arbeiteten sich bis zur Halbzeit aber auf 28:28 heran. Nach der Pause verschaffte sich Herten erneut einen Vorteil: Die Gäste gewannen den dritten Abschnitt mit 21:16 und gingen mit einer 49:44-Führung ins Schlussviertel.
Iserlohn ließ sich jedoch nicht abschütteln. Mit den lautstarken Heimfans im Rücken kämpften die Kangaroos um jeden Ballbesitz und hielten die Partie offen. Die Unterstützung von den Rängen trug durch eine Schlussphase, in der sich die Anspannung mit jeder Aktion steigerte.
Sieben Sekunden vor Schluss brachte Finn Pook die Halle schließlich zum Jubeln. Sein Dreier zum 61:61 ließ die Kangaroos und ihre Fans aufatmen – und wieder auf den Heimsieg hoffen. Überstanden war die reguläre Spielzeit damit allerdings noch nicht. Herten bekam einen letzten Angriff, doch die Iserlohner Defense hielt dagegen: Bryant Allen kam beim Korbleger nicht zum Erfolg. Die Kangaroos hatten die Verlängerung erzwungen.
Auch dort konnte sich keine Mannschaft entscheidend durchsetzen. Jeder Treffer wog schwer, jeder Ballverlust bot dem Gegner eine neue Chance. Beide Teams erzielten in den ersten fünf zusätzlichen Minuten jeweils neun Punkte. Beim Stand von 70:70 stand fest: Es musste noch einmal weitergehen. Noch einmal sammeln, noch einmal Kräfte mobilisieren. Mit den schmalen Rotationen und den gesundheitlichen Vorbelastungen wurde die zweite Verlängerung zur besonderen Belastungsprobe.
Die Heimfans blieben lautstark an der Seite ihrer Mannschaft, während auf dem Feld weiter um jeden Punkt gerungen wurde. Am Ende entschied Herten den zweiten Zusatzabschnitt mit 9:8 für sich. Auf der Anzeigetafel stand ein 78:79 – eine schmerzhafte Niederlage nach einem Spiel, das bis zuletzt in beide Richtungen hätte kippen können.
Wie schwer beiden Mannschaften das Offensivspiel fiel, verdeutlicht die Statistik. Die Kangaroos leisteten sich 21 Ballverluste, die Hertener 14. Auch von der Dreierlinie fehlte auf beiden Seiten die Sicherheit: Iserlohn traf acht von 33 Versuchen und kam damit auf 24 Prozent, Herten erreichte mit sieben Treffern bei 27 Würfen 26 Prozent. Auch aus dem Zweipunktebereich blieben Möglichkeiten ungenutzt; beide Teams beendeten die Begegnung dort mit einer Trefferquote von 55 Prozent.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Kangaroos nach diesem intensiven Abend nicht. Bereits am kommenden Freitag, 13. November, wartet das nächste Heimspiel: Um 19 Uhr gastiert der aktuelle Tabellenführer Uni Baskets Münster in der Matthias-Grothe-Halle. Bis dahin gilt es, sich zu erholen und neue Kräfte zu sammeln. Die lautstarke Unterstützung ihrer Fans werden die Kangaroos auch bei dieser Herausforderung gut gebrauchen können.
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