
Iserlohn. (IN) Am Dienstag tagte der Jugendhilfeausschuss der Stadt Iserlohn mit Überlänge.
Nach dreieinhalb Stunden war die letzte Sitzung vor der Sommerpause beendet. Nicht alle Tagesordnungspunkte konnten geklärt werden. Das späte Ende der Sitzung kam auch zustande, weil die Vertreterin der Grünen, Sylvia Olbrich, mit langen Redebeiträgen und hartnäckigen Nachfragen die Nerven einiger JHA-Mitglieder auf die Probe stellte.
Beschlossen wurde eine Richtlinienänderung des Kinder- und Jugendrates. Jugendliche, die sich mindestens zwei Wahlperioden als Delegierte regelmäßig im Kinder- und Jugendrat engagiert haben, können nun auch nach dem Schulabschluss gleichberechtigt als Ehrenmitglieder mitarbeiten.
Vorgestellt hat sich im Jugendhilfeausschuss auch das AWO-Kindertagespflegebüro, vertreten durch die Koordinatorin im Märkischen Kreis Lilian Tanzius und Büroleitung Angie Rosier, die unter anderem die 50- jährige Geschichte der Kindertagespflege erläuterten und die vielfältigen Aufgaben darstellten. Das Kindertagespflegebüro arbeitet im Auftrag des Jugendamtes und ist hauptsächlich für die Vermittlung von Betreuungsplätzen in der Kindertagespflege zuständig. Eine hartnäckige Nachfrage der Grünen Olbrich nach dem Schutzkonzept konnten die Vertreterinnen nicht vollumfänglich beantworten. „Wir haben uns auf den Weg gemacht“, so Tanzius. Sie erläuterte auch, dass einige Tagespflegestellen mit umliegenden KiTa´s kooperieren und dort gemeinsam an Fortbildungen teilnehmen oder auch Turnräume gemeinsam nutzen. KiTa´s und Kindertagespflege sind laut Kinderbildungsgesetz gleichgestellt.
Beim Sachstandsbericht zu den sanierungsbedürftigen Kindergärten Lichte Kammer und Lössel erklärte die Jugendamtsleiterin Undine Heidenreich, dass die aktuellen Infos direkt an die Einrichtungsleitungen und damit an die Eltern weitergegeben werden. So ist mit einer Verzögerung der Lichten Kammer bis Oktober zu rechnen. Eine Verlängerung der Betriebserlaubnis für die Ausweichquartiere über den 31.8 hinaus sei mit dem LWL besprochen.
Ein echter Streitpunkt war der Tagesordnungspunkt zur Beitragserhöhung im OGS-Bereich. Ein Vorschlag des Mitglieds Andreas Seckelmann (Linke/BSW) konnte letztlich nicht beschlossen werden, da die Verwaltung dazu noch keine genauen Zahlen vorlegen konnte. Nun wird daran mit Hochdruck gearbeitet und in einer Sondersitzung am 21. Juni soll es einen Beschluss geben. Hintergrund ist, dass man die unteren Einkommensgruppen nicht belasten möchte und dafür die höheren mehr zur Kasse bitten möchte.
Ähnlich lange brauchte es auch, als es um die Entgelte für die Mittagsverpflegung in städtischen Einrichtungen (Kitas und OGS) ging. Da freie Träger längst bei Beträgen von 70 Euro und mehr angekommen sind, will auch die Stadt nach elf Jahren Stabilität nachziehen, um kostendeckender in diesem Bereich zu werden. Eine Erhöhung von aktuell 40 Euro um praktisch 100% stieß bei fast allen Mitgliedern auf wenig Gegenliebe. Entschieden hat man sich letztendlich für ein Stufenmodell. So soll das Essensgeld an den städtischen Kitas zum 1.8.24 von 40 auf 60 Euro und ab dem 1.8.25 auf 77 Euro steigen. Für die OGS soll es denselben Zwischenschritt in diesem Jahr geben. 2025 steigt der Beitrag dann auf 80 Euro.
Zahlreiche Tagesordnungspunkte und die Diskussionen wurden durch den angespannten Haushalt der Stadt und eine drohende Haushaltssperre geprägt.
Zum Abschluss verabschiedete Anja Ihme, als Vorsitzende des JHA, Bereichsleiter Martin Stolte, der Iserlohn verlässt und in Rösrath eine neue Herausforderung annimmt.
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