Neues Konzept für Burgrock-Festival – Verwaltung macht Politik Vorschläge

Märkischer Kreis. (PMK) Die Kreisverwaltung wird der Politik rechtzeitig vor den Haushaltsplanberatungen ein neues Konzept für das Burgrock-Festival auf der Burg Altena vorlegen. Das kündigte die für die Kultur zuständige Fachbereichsleiterin, Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, den Mitgliedern des Kreiskulturausschusses bei deren Sitzung in der Luisenhütte in Balve-Wocklum an. Dies bedeute gleichzeitig das Aus für das jetzige Burgrock-Format aus Nachwuchsbands und Top-Gruppen. „Burgrock in der aktuellen Form hat sich überlebt“, zog die Kreisdirektorin eine ernüchternde Bilanz des jüngsten Festivals, zu dem nur noch 550 Rockmusik-Fans auf die Burg Altena gepilgert waren.

Man habe lange nach möglichen Gründen für diese negative Entwicklung gesucht. „Die beiden Vorentscheide waren gut besucht, die Headliner-Gruppen gezielt ausgesucht. Alle beteiligten Musiker haben uns gelobt und sich ausnahmslos positiv geäußert. Wir hatten Kooperationspartner und Unterstützer, daran kann es nicht gelegen haben“. Mit der 6.500 Euro Landesförderung, die allerdings erst sehr kurz vor dem Festival eingegangen sei, sei man in der Lage gewesen, erstmals auch den MK-Rockpreis auszuschreiben. Den gewann die Iserlohner Nachwuchsband Ferryman mit nur einer Stimme Vorsprung vor Radotage aus Lüdenscheid. Mit 1.500 Euro bekommen die Hardrocker aus der Waldstadt jetzt die Aufnahme in einem professionellen Tonstudio gesponsert.

Das war es dann auch schon mit den guten Nachrichten vom Burgrock. Seit 2006, so die Kreisdirektorin, sei das Festival nicht mehr kostendeckend gewesen. 2010 habe man ein Defizit von 10.000 Euro eingefahren, in diesem Jahr seien es rund 15.000 Euro gewesen. „Damit konnten wir ihre Vorgabe, den finanziellen Rahmen einzuhalten, nicht erfüllen“, erklärte Dienstel-Kümper den Kulturpolitikern. Festzuhalten bleibe, die Rahmenbedingungen für das Festival hätten sich seit 1993 geändert. „Es gibt heute viele Rockveranstaltungen im Kreis, auch umsonst und draußen.“ Erschwerend komme hinzu, dass man sich freiwillig einem neuen Sicherheitskonzept unterzogen habe. „Wir dürfen nur noch 1.200 Fans auf den Burghof lassen sowie 200 Helfer und Akteure. Das schränkt die Möglichkeiten, interessante Top-Gruppen zu verpflichten, deutlich ein.“

Ansonsten hatte die Kreisdirektorin den Kulturausschuss-Mitgliedern viel Positives von der Kulturarbeit in diesem Jahr zu berichten. Unter anderem von einem überaus erfolgreichen Mittelalterfest mit mehr als 26.000 Besuchern. „Das Fest wird immer mehr zu einer überregionalen Marke“, so Dienstel-Kümper. Auch die Konzerte des Märkischen Jugendsinfonieorchesters seien vom Publikum gut angenommen worden, ebenso die museumspädagogischen Angebote auf der Burg. Das Festival „Feuer und Wasser – Live in den Fabrikskes“ an der Luisenhütte sei ebenfalls sehr gut gelaufen. Am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, der alle drei Jahre stattfindet, hätten sich zwölf Dörfer aus dem Märkischen Kreis beteiligt. Mit dem Iserlohner Ortsteil Oestrich sei ein würdiger Kreissieger gefunden worden. Aus dem Ausschuss kam der Wunsch, die Verwaltung möge noch intensiver bei den Ortsteilen für eine Beteiligung am Wettbewerb werben. Zufrieden zeigte sich Dienstel-Kümper auch mit der ersten Bilanz der neu eingeführten Kombikarte für die Burg Altena, die Dechenhöhle, das Deutsche Drahtmuseum und das Deutsche Höhlenmuseum. Von Mittel Juli bis Ende August seien an der Dechenhöhle 325 Kombikarten verkauft worden, auf der Burg Altena 221.

Vorgestellt hat sich im Kulturausschuss der neue Dirigent des Märkischen Jugendsinfonieorchesters, Thomas Grote. Er tritt ab der Winterprobenphase die Nachfolge von Carolin Nordmeyer an. „Ich freue mich riesig auf diese Aufgabe“, so Thomas Grote, ein „Mann der ersten Stunde“ beim MJO.

 

Foto: Die Gruppe Ferryman aus Iserlohn erhielt vor der Ausschussitzung den MK-Rockpreis aus den Händen der Vorsitzenden Renate Schulte-Fiesel.

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