
Lemgo. (PM TBV) Spannung bis zum Schluss: Der TBV Lemgo Lippe hat am Sonntagnachmittag einen intensiven Auswärtsauftritt bei Hannover-Burgdorf hingelegt.
Am 29. Spieltag der DAIKIN HBL trennten sich die Lipper und die Recken letztlich 30:30 (15:14). Den entscheidenden Treffer zum Ausgleich erzielte in Unterzahl Joel Willecke.
Personell musste TBV-Trainer Florian Kehrmann wie schon im Spiel um Platz 3 auf Lukas Hutecek verzichten, für den ein Einsatz noch zu früh kam. In den Kader rückten erneut die beiden Team HandbALL-Talente Sadik Herseklioglu und Len Kehrmann.
Der TBV fand defensiv zunächst nur schwer in die Partie und geriet schnell mit 0:2 in Rückstand (2.). Samuel Zehnder brachte die Lipper mit einem Treffer und schnellen Aktionen in der Abwehr wieder heran (3., 2:2). Dennoch hatte Lemgo weiterhin Probleme, das starke Positionsspiel der Recken zu unterbinden. Vor allem Leif Tissier fand immer wieder Lücken im Lemgoer Verbund und traf nach neun Minuten bereits zum dritten Mal (9., 5:7).
Nach 13 Minuten zog Kehrmann beim Stand von 6:9 die erste Auszeit und reagierte mit einem Torhüterwechsel. Diese Maßnahme erwies sich als goldrichtig: Urh Kastelic kam stark in die Partie, parierte mehrere Würfe und leitete den 10:10-Ausgleich durch Kapitän Tim Suton ein (17.). In der Folge prägte der Slowene die Partie und brachte die Gastgeber mehrfach in Bedrängnis. Bis zur Pause kam Kastelic auf sieben Paraden und eine Quote von 64 Prozent. Dennoch nutzte der TBV seine starke Torhüterleistung zu wenig und kassierte mit der Halbzeitsirene noch den 15:14-Anschlusstreffer.
Auch im zweiten Durchgang blieb Kastelic zunächst auf Kurs und entschärfte direkt den zweiten Siebenmeter gegen Pedersen. Gegen einen äußerst robust agierenden Justus Fischer hatte die TBV-Abwehr jedoch weiter große Mühe. Der Nationalspieler provozierte immer wieder Strafwürfe und stellte nach 44 Minuten auf 23:23. Als Adam Njfjäll mit einem starken Steal das 26:24 durch Versteijnen einleitete (49.), schien Lemgo auf einem guten Weg. Doch die Recken erhöhten erneut das Tempo und kamen in der 53. Minute zum 27:27-Ausgleich. Zwei Minuten vor dem Ende gingen die Gastgeber schließlich mit 29:30 in Führung (58.). Zusätzlich schwächte eine Zeitstrafe gegen Nicolai Theilinger den TBV. Mit viel Willen setzte sich Joel Willecke 50 Sekunden vor Schluss dennoch zum 30:30 durch. Das anschließende Fünf-gegen-Sieben verteidigten die Lipper mit großem Einsatz. Bester Werfer des TBV war Tim Suton mit sieben Treffern.
Mit nun 36:22 Punkten verteidigt der TBV weiter Platz 6. Weiter geht es für die Lipper am kommenden Freitag, 1. Mai, mit dem OWL-Derby gegen GWD Minden. Anwurf in der Phoenix Contact-Arena ist um 20 Uhr, für die Partie sind nur noch wenige Stehplätze verfügbar.

Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Ich glaube, heute haben wir wieder gesehen, wie intensiv der Handballsport in der DAIKIN Handball-Bundesliga betrieben wird. Es war ein Kampf auf Augenhöhe, bei dem wirklich um jeden Zentimeter gekämpft wurde. Wir kommen am Anfang nicht so gut rein, haben ein bisschen Respekt vor Hannovers Abwehr, die schon sehr körperlich gespielt hat. Wir haben dann ein, zwei schlechte Entscheidungen getroffen und geben Hannover damit ein bisschen die Vorlage. Dann schaffen wir es aber in der ersten Halbzeit über eine wirklich sehr gute Torhüterleistung, ins Spiel zu kommen, die Angriffe gut auszuspielen und in Führung zu gehen. Vielleicht hätten wir sogar mit zwei oder drei Toren in die Halbzeit gehen können, da lassen wir kurz vor der Pause noch ein, zwei liegen. Danach bleibt es bis zur 50. Minute ein enges Spiel, das wir irgendwo immer mit ein, zwei Toren unter Kontrolle haben. Hinten raus, glaube ich, killen uns dann auch die vielen Zeitstrafen, da mussten wir oft in Unterzahl spielen. Am Ende behalten wir kühlen Kopf, spielen den Unterzahl-Angriff wirklich auf den Punkt mit dem freien Abschluss zum Unentschieden und verteidigen dann ganz leidenschaftlich das Fünf-gegen-Sieben. Ich finde, mit dem Ergebnis können beide leben, aus unterschiedlichen Gründen.
Ich bin persönlich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben ein sehr emotionales Finale hinter uns. Wir haben zurzeit einen kleinen Kader, ergänzt durch zwei A-Jugendliche, und die Jungs leben diese Handball-Bundesliga jeden Tag, und das macht gerade viel Spaß. Dann ist es auch möglich, bei dem ausgeruhten Gegner in Hannover so dagegenzuhalten. Wir nehmen den Punkt gerne mit und freuen uns wirklich sehr.“
TSV Hannover-Burgdorf – TBV Lemgo Lippe 30:30 (14:15)
TSV Hannover-Burgdorf: Gade (2 P.), Redlin, Birlehm (6 P.); Tissier 6, Poulsen 1, Uscins 6, Pedersen 7/4, Steinhauser 3, Edvardsson 3, Stutzke, Solstad, Fischer 3, Feise, Weber, Rodriguez, Wolf
TBV Lemgo Lippe: Möstl (2 P.), Kastelic (11/2 P.); Theilinger 1, S. Zehnder 6/2, Simak, Schagen, L. Carstensen, Nyfjäll 2, Suton 7, Willecke 2, Versteijnen 4, Wagner 3, Faust 5, Herseklioglu, Kehrmann
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