
Lemgo. (PM TBV) Der TBV Lemgo Lippe hat die Titelverteidigung beim ALPLA Sommercup denkbar knapp verpasst.
Im Finale zeigten die Lipper gegen das Starensemble des THW Kiel eine beeindruckende Leistung, mussten am Ende jedoch in eine 34:35 (14:19)-Niederlage einwilligen.
Der TBV erwischte einen engagierten Start, fand in der erneut sehr gut gefüllten Teufelsarena in Hard wiederholt clevere Lösungen gegen die Kieler Abwehr. Besonders Lukas Hutecek ragte heraus, als er in der 9. Minute mit großem Willen das 6:4 erzielte. Doch der THW ließ nicht locker, nutzte einen Ballverlust der Lemgoer eiskalt durch Emil Madsen zum 6:6-Ausgleich (11.).
In Spiellaune zeigte sich auch Leve Carstensen, der bei den schnellen Lemgoer Gegenstößen immer wieder Sieger im Duell mit Andi Wolff blieb und beim 9:8 in der 16. Minute schon seinen dritten Treffer erzielte. TBV-Trainer Florian Kehrmann rotierte in der Folge durch, was zu einem kleinen Bruch im Spiel der Lipper führte. Dies nutzte THW-Torwart Andi Wolff, der einen Wurf parierte und selbst aus dem eigenen Kreis ins verwaiste Lemgoer Tor zum 11:14 traf (20.). Bis zur 25. Minute erarbeitete sich Kiel einen Vier-Tore-Vorsprung. Aber Carstensen verkürzte per Tempogegenstoß auf 13:16. Kurz darauf traf erneut Andi Wolff, der nach einem Ballverlust das 13:18 (28.) markierte. In die Pause ging es schließlich mit einem deutlichen 14:19-Rückstand.
Doch Lemgo ließ sich nicht abschütteln, nutzte eine Überzahlsituation nach der Pause: Willecke und Zehnder brachten das Team auf 17:21 (34.) heran. Das Duell wurde nun immer intensiver und hitziger – woran der TBV großen Gefallen fand. Hendrik Wagner verkürzte nach 40 Minuten auf 20:23. Die Temperaturen in der Halle heizten die Atmosphäre zusätzlich auf. Nach zwei starken Paraden von Urh Kastelic netzte Suton kompromisslos zum 22:24 ein (43.). Kastelic wurde im weiteren Verlauf zum Schrecken der Kieler Angriffsreihe – die Gäste verwarfen zusehends, so dass es nach 46 Minuten nur noch 24:25 stand.
In der hitzigen Phase rückten die Unparteiischen in den Mittelpunkt: Eine fragwürdige Zeitstrafe gegen Adam Nyfjäll nutzte Laube für Kiel zum 24:26 (48.). Ein Schubser gegen Wagner blieb ungeahndet, im Gegenzug erhöhte Kiel auf 25:28 (50.). Der TBV zeigte Moral, kam durch drei verwandelte Siebenmeter von Zehnder in der 53. Minute beim 28:30 wieder in Reichweite. Doch die Schlussminuten waren geprägt von zahlreichen Diskussionen, Unterbrechungen und Wischpausen. Lemgo blieb Kiel bis zum Schluss dicht auf den Fersen, doch die Kieler behaupteten ihren Vorsprung knapp. Trotz allem Kampf und dem Treffer von Bobby Schagen zum 34:35, fünf Sekunden vor Schluss, reichte es für den TBV Lemgo Lippe am Ende nicht mehr zum Ausgleich. Bester Werfer beim 34:35 war Samuel Zehnder mit 7/5 Treffern.
Am morgigen Sonntag bildet nun ein Teamevent den Abschluss des sechstägigen Trainingslagers in Österreich, ehe der TBV am Montag die Heimreise antritt. Am kommenden Wochenende haben die Lipper dann beim Spielo-Cup in Lübbecke erneut die Chance einen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Dort misst sich das Kehrmann-Team am 9. und 10. August mit dem TuS N-Lübbecke, GWD Minden und der HSG Nordhorn-Lingen.
Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Die knappe Niederlage ist natürlich schade und ärgerlich. Wir haben das Spiel in den ersten 15 Minuten eigentlich unter Kontrolle, ehe der THW durch Zeitstrafen auf unserer Seite wieder ins Spiel kommt. Zur Halbzeit sind wird dann bereits weit hinten, kämpfen uns jedoch in der zweiten Halbzeit eindrucksvoll zurück. Hinten raus haben wir es verpasst den letzten Punch zu setzen. Aber insgesamt war es für den jetzigen Stand der Vorbereitung eine starke Leistung. Auch wenn wir heute verloren haben, können wir zufrieden mit den beiden Auftritten in Hard sein.“
Tore für den TBV Lemgo Lippe: Möstl (6 Paraden), Kastelic (4 Paraden); Hutecek (3), Theilinger, Zehnder (7/5), Mudrow, Simak, Schagen (3), Carstensen (4), Nyfjäll (4), Suton (3), Willecke (2), Versteijnen (3), Wagner (4), Faust (1), Bröhl
TBV Lemgo Lippe bezwingt Sparkasse Schwaz Handball Tirol im Halbfinale des 2. ALPLA Sommercup
Im Rahmen des 2. ALPLA Sommercup in Hard traf der TBV Lemgo Lippe am Freitagabend auf den österreichischen Erstligisten Sparkasse Schwaz Handball Tirol. Dabei konnte Trainer Florian Kehrmann auf die zuletzt angeschlagenen Leistungsträger Tim Suton und Hendrik Wagner zurückgreifen, die wieder fit ins Geschehen eingriffen. Nach einer umkämpften ersten Halbzeit zogen die Lipper im zweiten Abschnitt davon und siegten letztendlich standesgemäß mit 38:25 (15:13).
Bereits in den ersten Minuten zeigte sich Lemgos Kreisläufer Adam Nyfjäll in bestechender Form. Mit seinem zweiten Treffer besorgte er das 4:2 (5. Minute), und auch in der Defensive war der Schwede früh zur Stelle und zeigte starke Zweikampfwerte. Doch die Tiroler hielten mutig dagegen und verkürzten nach einem sehenswerten Kempa-Anspiel auf 4:3 (6.).
Offensiv präsentierte sich Lemgo dynamisch, in der Defensive fehlte aber zunächst der letzte Zugriff. Torwart Urh Kastelic zeigte nach neun Minuten mit seiner ersten Parade, warum er ein wichtiger Rückhalt ist (7:5). Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit rotierte Kehrmann fleißig: Mudrow, Hutecek, Versteijnen, Simak und Willecke kamen ins Spiel, was dem Angriffsspiel weiter Schwung gab (15., 11:9).
Trotz dominanter Spielanlage ließ Lemgo einige klaren Chancen liegen: Ein Wurf von Versteijnen ging über das Tor, einer von Faust nur an die Latte (19. Minute, 11:10). Trainer Kehrmann reagierte in der 26. Minute mit einer Auszeit. Angesichts der intensiven Trainingseinheiten waren bei einigen Spielern Ermüdungserscheinungen sichtbar. Dennoch brachte der TBV eine knappe 15:13-Führung in die Pause.
Zweite Halbzeit: Nach einer umkämpften ersten Halbzeit kam der TBV Lemgo Lippe in Abschnitt zwei wie verwandelt aus der Kabine und legte gleich einen beeindruckenden Zwischenspurt hin. Zwei schnelle Treffer von Jan Mudrow bauten die Führung auf 24:17 (40. Minute) aus. Die Abwehr von Handball Tirol öffnete sich zunehmend, Lemgo nutzte die sich bietenden Räume kompromisslos. Hendrik Wagner, glänzend von Versteijnen in Szene gesetzt, traf frei vor dem Tor zum 29:20 (45. Minute).
Torhüter Constantin Möstl zeigte in seiner früheren Wirkungsstätte Hard zahlreiche starke Paraden und vernagelte das Tor. Vorne glänzte Wagner mit einer makellosen Wurfquote und hatte nach 50 Minuten bereits sieben Treffer auf dem Konto. Seine Tore sorgten dafür, dass beim Stand von 33:21 zu diesem Zeitpunkt längst eine Vorentscheidung gefallen war. Die TBV-Offensive agierte nun abgeklärter als im ersten Durchgang, spielte die eigenen Angriffe geduldig und minimierte die Zahl der einfachen Ballverluste. Besonders Bobby Schagen setzte mit seinem insgesamt fünften Treffer in der zweiten Halbzeit weitere Akzente.
Ein besonderes Highlight setzte Torhüter Möstl in der 56. Spielminute: Er schaltete sich überraschend selbst in die Offensive ein, krönte seine Leistung mit dem Tor zum 35:23 und wurde anschließend von den über 600 Fans in der Halle gefeiert. Der TBV Lemgo Lippe ließ in der Schlussphase nichts mehr anbrennen und zog das Tempo bis zum Ende durch. Mit einem auch in dieser Höhe verdienten 38:25 feierten die Lipper den Einzug ins Finale des 2. ALPLA Sommercups. Dort trifft der TBV am morgigen Samstag entweder auf den THW Kiel oder Gastgeber ALPLA HC Hard.
Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Das war alles in allem ein sehr guter Auftakt in den ALPLA Sommercup. In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme mit unserer Deckungsarbeit, sind zu oft hinterhergelaufen und haben die Zweikämpfe nicht richtig angenommen. Vorne haben wir das ganze Spiel über gute Lösungen gefunden. Im zweiten Abschnitt kamen dann auch die Ballgewinne in der Abwehr dazu, die uns viele einfache Tore gebracht haben. Am Ende ein standesgemäßes Ergebnis. Wir freuen uns nun auf das Finale!“
Tore für den TBV Lemgo Lippe: Möstl (9 Paraden, 1 Tor), Kastelic (9 Paraden); Hutecek, Theilinger (1), Zehnder (2/1), Mudrow (4), Simak, Schagen (5), Carstensen (1), Nyfjäll (6), Suton, Willecke (5), Versteijnen (3), Wagner (7), Faust (1), Bröhl (2)
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