Sonntag , 6 September 2026

Unentschieden bei Roganović-Gala – VfL schrammt an Heimsieg gegen Europapokalsieger Melsungen vorbei

Nikola Roganović – © Sportfoto-Sale (MK)

Gummersbach. (PM VfL) In einer spannungsgeladenen Partie gegen den amtierenden EHF European League-Sieger hat der VfL Gummersbach am Samstagabend eine 31:31-Punkteteilung gegen die MT Melsungen eingefahren.

In der erneut ausverkauften SCHWALBE arena sahen 4.132 Zuschauer am dritten Spieltag der Opel HBL zunächst einen brillianten Auftritt von Nikola Roganović, der neun seiner insgesamt 16 Tore am Stück für den VfL warf, ehe die MT rund um Torhüter Nebojsa Simic besser ins Spiel kam und die Partie zu ihren Gunsten drehte. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein enger Schlagabtausch, der an Spannung kaum zu überbieten war. Wechselnde Führungen bis in die letzten Minuten hielten das Ergebnis bis zuletzt offen.

In einer temporeichen Anfangsphase beider Mannschaften mussten die Gummersbacher die ersten beiden Gegentore hinnehmen (0:2, 2. Minute), ehe sie selbst im Angriff den Turbo zündeten und durch die Treffer von Ellidi Vidarsson und Roganović (2) mit 3:2 in Führung gingen (4. Minute). Insbesondere der schwedische Neuzugang drehte dabei richtig auf und entwickelte sich zum Alleinunterhalter. Auch die folgenden sieben Tore seiner Mannschaft gingen ausnahmslos auf sein Konto, sodass es nach 14 Minuten 10:8 für die Mannschaft von Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson stand.

Während sich die VfL-Abwehr um Keeper Ignacio Biosca im Kollektiv gegen die Melsunger Offensive stemmte, fanden Roganovićs Teamkollegen im Angriff kein Abschlussglück. So gerieten die Oberbergischen in der 20. Minute wieder in Rückstand (10:11) und mussten zwei weitere Gegentreffer hinnehmen (10:13, 21. Minute), ehe Sigurdsson seine erste Auszeit nahm. Nach neun torlosen Minuten der Hausherren war es daraufhin Miro Schluroff, der sich in der 23. Minute als dritter Gummersbacher in die Torschützenliste eintrug (11:13). Die Blau-Weißen agierten nun durchschlagskräftiger in der Offensive, liefen aber bis zur Halbzeitpause weiter einem knappen Rückstand hinterher (16:18, 30. Minute).

Analog zur ersten Halbzeit gingen die ersten Szenen im zweiten Durchgang auf das Konto der Melsunger, die in der 33. Minute beim Stand von 16:19 die Chance verpassten, ihren Vorsprung auf vier Tore auszubauen. Stattdessen gelang Schluroff in der 35. Minute der 18:19-Anschlusstreffer. Dennoch gelang es den Hausherren noch nicht, das Momentum komplett auf ihre Seite zu ziehen. Erst auf einen erneuten Drei-Tore-Rückstand (19:22, 40. Minute) folgten drei Tore der Blau-Weißen in Folge zum 22:22-Ausgleich (42. Minute). Unter dem tosenden Applaus der heimischen Fans eroberten die Oberbergischen durch den Siebenmetertreffer von Roganović in der 45. Minute gar die Führung zurück (24:23).

In der Schlussviertelstunde der Begegnung lieferten sich beide Mannschaften auf der Platte ein hart umkämpftes Duell auf Augenhöhe. In der 48. Minute gerieten die Gastgeber erneut ins Hintertreffen (25:26) und mussten auch während einer doppelten Unterzahlphase der Gäste einen weiteren Gegentreffer hinnehmen (25:27, 52. Minute). Während die Stimmung in der SCHWALBE arena immer aufgeheizter wurde, behielten die Melsunger zunächst den kühleren Kopf. Die Gummersbacher bewiesen jedoch wieder einmal Moral. Durch zwei wertvolle Paraden des immer stärker werdenden Bertram Obling in Folge und auf der Gegenseite zwei Treffer von Schluroff übernahmen sie in der 55. Minute wieder die Führung (29:28). Bis zur Schlussminute wahrten die Oberbergischen den knappen Vorsprung und mussten dann die Hinausstellung von Štěpán Zeman infolge seiner dritten Zeitstrafe hinnehmen. Per Siebenmeter glich die MT daraufhin eine halbe Minute vor Schluss zum 31:31 aus, woraufhin die Oberbergischen im letzten Angriff keinen Torerfolg mehr verbuchen konnten.

Am kommenden Wochenende wartet mit den Füchsen Berlin bereits der dritte Champions League-Teilnehmer in der laufenden Spielzeit auf den VfL Gummersbach. Die Partie des vierten Spieltags wird am Sonntag, den 13. September, um 18 Uhr in der Berliner Max-Schmeling-Halle angepfiffen.

Trainerstimmen:
Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach):
Wir müssen heute beide mit dem Punkt leben können. Das ist sicherlich das fairste Ergebnis nach dem Spielverlauf. Melsungen war am Ende der ersten Halbzeit stärker. Wir haben uns dann zurückgekämpft, dann ist Melsungen wieder mit drei Toren davongezogen und wir haben uns wieder zurückgekämpft. Wir hätten vielleicht mehr daraus machen können, aber es nicht gemacht. Wir haben uns gegen die gute Abwehr von Melsungen schwergetan. Auf der anderen Seite hat das Verteidigen gegen das Sieben-gegen-sechs gerade unserem Innenblock viel Kraft gekostet. Ich bin froh um den Einsatz meiner Mannschaft, aber da gab es ein paar Szenen wie Stürmerfoul oder Ball ins Aus werfen, die wir uns nicht leisten dürfen, wenn wir gegen so starke Mannschaften wie Melsungen gewinnen wollen. Die Fans haben uns heute getragen und eine überragende Stimmung gemacht, aber bei unserer Mannschaft gibt es ein paar Sachen, die mir nicht gut genug gefallen haben. Nach dem Spielverlauf sollte man gut mit dem Punkt leben können, auch wenn wir den letzten Angriff besser hätten herausspielen können.

Roberto García Parrondo (MT Melsungen): Glückwunsch zur Punkteteilung. Wir wollten heute beide gewinnen. Es war ein starkes Spiel gegen eine Topmannschaft. Es ist nie leicht hier zu spielen und es muss vieles zusammenpassen, wenn man hier Punkte mitnehmen will. Ich war mit meiner Mannschaft und insbesondere der Intensität zufrieden. Wir haben allerdings in einigen, wichtigen Momenten drei, vier technische Fehler gemacht, die wir nicht noch einmal wiederholen können. Ich bin zufrieden mit dem Punkt. So muss es weitergehen. Wir haben noch viele Spiele vor uns, aber mit dieser Intensität von heute können wir einiges erreichen.

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