70 Jahre Damenschneidermeisterin

Hildegard Krieg hat die Geschichte des Landes mitgeschrieben

Iserlohn. (PM Kreishandwerkerschaft MK) „Sie haben mit dem Meisterbrief in der Hand die Geschichte dieses Landes mitgeschrieben.“ Willy Hesse, Präsident der HWK Südwestfalen brachte es beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis auf den Punkt.

Die gelernte Damenschneidermeisterin hatte ihre Prüfung am 10. Februar 1941 inmitten der damaligen Kriegswirren absolviert. Eine hervorragende Leistung – wie auch Weihbischof Matthias König befand. Er hatte die angenehme Aufgabe, gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Hans-Joachim Künzel und Willy Hesse die Ehrenurkunde anlässlich des 70-jährigen Meisterjubiläums im Namen der HWK zu überreichen. Mit strahlendem Gesicht nahm die rüstige Rentnerin, der man ihre 91 Jahre kaum ansah, die Auszeichnung entgegen. Die hatte sie sich wahrlich verdient, zeigte sie sich doch stets als engagierte Persönlichkeit in ihrem Berufszweig. So bildete sie in ihrer Laufbahn 50 Lehrlinge aus. Über 25 Jahre war sie Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Arnsberg, gehörte 20 Jahre lang dem Berufsbildungsausschuss an, war über viele Jahre Obermeisterin ihrer Innung. Außerdem nahm sie das Amt der Lehrlingswartin und den Prüfungsvorsitz wahr.

Die Jubilarin Hildegard Krieg freute sich sichtlich über die Ehrenurkunde anlässlich ihres 70-jährigen Meisterjubiläums aus den Händen von (v.l.) Weihbischof Matthias König, HWK-Präsident Willy Hesse und Kreishandwerksmeister Hans-Joachim Künzel.- © by Media

Beim Rückblick auf ihr Leben gerät sie regelrecht ins Schwärmen: „Bereits mit 13 Jahren wusste ich, dass ich Damenschneidermeisterin werden und Lehrlinge ausbilden möchte.“ Die Voraussetzung war mit der ersten Nähmaschine 1932 gegeben, die Ausbildung begann sie nach erfolgreicher Eignungsprüfung ein Jahr später. Lohn erhielt sie allerdings nicht. „Aber es gab ein kleines Weihnachtsgeschenk“, so Hildegard Krieg.

Im Anschluss an ihre Lehre zog es sie kurzzeitig nach Dortmund, wo sie sich in einem Zuschneidekursus weiterbildete, denn „das konnte damals hier in Iserlohn keiner“ berichtet sie. 1939 wurde erstmals auch Mädchen eine Gesellenwanderung ermöglicht – und Hildegard Krieg ergriff die Gelegenheit beim Schopf. In Frankfurt arbeitete sie an Mänteln, Kostümen und Kleidern. „Was ich da gelernt habe, war eine Wucht“, freut sie sich noch heute. Doch bereits im August führte die Reise aufgrund des drohenden Krieges zurück nach Iserlohn. 1941 folgte die Meisterprüfung in Arnsberg und nachdem sie zwei Jahre später das Mindestalter erreicht hatte, konnte sie auch Lehrlinge ausbilden.

Hildegard Krieg könnte über eine Fülle von Ereignissen berichten, eines ist ihr jedoch besonders im Gedächtnis geblieben. 1959 durfte sie das Gewand für Adolf Fürstenberg schneidern, der am 29. Juni in der St. Aloysiuskirche in Iserlohn zum Bischof geweiht wurde. Unter den Besuchern weilte damals natürlich auch Hildegard Krieg.

Willy Hesse dankte der Damenschneidermeisterin für die jahrzehntelange Treue zum Handwerk: „Sie gehören zu denen, die das Deutsche Wirtschaftswunder machten.“

Die Jubilarin selber, die bis heute im eigenen Haushalt lebt, freute sich über die Auszeichnung und den festlichen Rahmen: „Das war sehr nett hier.“

Bohren und fräsen im BBZ – CNC-Technik auf höchstem Niveau

Iserlohn (PM Kreishandwerkerschaft MK) CNC-Technik auf höchstem Niveau bietet das Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis seit vielen Jahren. Mit einer weiteren neuen CNC-Universal-Drehmaschine CTX 310 eco wurde der Maschinenpark erneut erweitert.

Sie präsentierten die neue CNC-Maschine des BBZ: (v.l.) Hauptgeschäftsführer der KH Dirk H. Jedan, der Vorsitzende des BBZ Christian Will, die Ausbilder Hermann-Josef Fox und Reinhard Schulte sowie BBZ-Leiter Wolfgang Linke.- © by Media

Insbesondere junge Leute dürften sich von den zahlreichen Features der modernen Maschine angesprochen fühlen. Farbscreen, Tastatur und Software auf dem neuesten Stand  lassen keine Wünsche offen. Damit weitet das BBZ abermals seine bereits hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten aus. Hauptgeschäftsführer Dirk H. Jedan freut sich über die Neuerwerbung: „Mit dieser Maschine sind wir für die Zukunft sehr gut aufgestellt und bieten jungen Menschen die nötigen Anreize, weitreichende Kenntnisse im Bereich der CNC-Technik innerhalb des BBZ zu erwerben und zu verfeinern.“

Der gleichen Meinung sind auch die Ausbilder des Berufsbildungszentrums: „Mit der neuen Maschine haben wir hervorragende Möglichkeiten, unsere Auszubildenden auf den Berufsalltag vorzubereiten“ freuten sich Hermann-Josef Fox und Reinhard Schulte.

Die umfangreiche Grundausstattung erfüllt hohe Ansprüche in der Einzelteil- und Serienfertigung. Die modernen 3D-CNC-Steuerungen machen es möglich, mit häufig wechselndem Teilespektrum wie Wellen, Achsen oder Spindeln zu arbeiten.

Zur Präsentation waren der Hauptgeschäftsführer Dirk H. Jedan, der Vorsitzende des BBZ, Christian Will, die Ausbilder Hermann-Josef Fox und Reinhard Schulte sowie der Leiter des BBZ Wolfgang Linke erschienen.

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