
Solingen. (PM BHC) Der Bergische HC hat im ersten Spiel der neuen Saison alles hereingeworfen, musste aber ohne Punkt die Heimreise antreten.
Beim TVB Stuttgart überzeugten die Löwen defensiv, arbeiteten sich im Angriff herein und verpassten zum Schluss die Chance, die Partie noch einmal zu drehen. Am Ende stand eine knappe 29:30 (10:13)-Niederlage.
Richtig spannend war es in den letzten Minuten zwar nicht geworden, weil die Gastgeber 30:27 führten und das letzte BHC-Tor durch Lukas Becher mit der Schlusssirene fiel. Doch in der letzten Viertelstunde hatten die Bergischen schon vorher die Möglichkeit zum Ausgleich. So stellte Johannes Wasielewski in der 49. Minute auf 21:22. Das Duell schien zu kippen. Ein Wechselfehler und die damit verbundene zweiminütige Hinausstellung kosteten die Riesenchance allerdings in diesem Moment. Mit zwei schnellen Treffern erhöhten die Stuttgarter wieder auf drei Tore Abstand und hatten im nächsten Angriff Glück, dass der BHC einen Sechs-Meter-Wurf liegen ließ.
Beide Teams hatten in der Schlussphase ihre beste offensive Phase, nachdem es zuvor relativ zäh zugegangen war. So hielten die Schwaben ihren Vorsprung lange genug, um letztlich als Sieger das Feld zu verlassen.
In den ersten rund 40 Minuten war das Duell von den Defensivreihen geprägt. Der BHC verteidigte kämpferisch, gewann auch das Torhüter-Duell mit Christopher Rudeck und später Kristian van der Merwe gegen die beiden Stuttgarter Keeper. Doch die Löwen hatten Probleme im Angriff. So kamen sie oft nicht zu zwingenden Chancen oder leisteten sich technische Fehler, die zu Ballverlusten führten. Das war vor allem in einer Phase vor der Pause bitter, als die BHC-Trainer Arnor Gunnarsson und Markus Pütz mit dem siebten Feldspieler agieren ließen. Die Kugel ging drei Mal verloren und landete jeweils im verwaisten Gehäuse.
Von den Rückschlägen ließ sich die Mannschaft allerdings nicht beeindrucken. Beim 10:13 zur Pause lag der BHC in Reichweite und ließ sich auch danach nicht abhängen. Fynn Hangstein und Sören Steinhaus übernahmen viel Verantwortung. Lukas Becher war mit sechs Treffern erfolgreichster Feldtorschütze seiner Mannschaft. Und als im Rückraum dann auch vermehrt über die rechte Seite mit Johannes Wasielewski lief, schienen die Gäste entscheidend heranzukommen. Doch der Ausgleich blieb ihnen verwehrt.
Bemerkenswert: Kristian van der Merwe parierte gleich drei Siebenmeter gegen Kai Häfner – ein gelungener Bundesliga-Einstand des dänischen BHC-Zugangs. Sein erstes Tor im Oberhaus erzielte Tim Hilding, während der andere Rückraum-Zugang, Janik Schrader, in Stuttgart passen musste. Eine Fußverletzung sorgte für die Verschiebung seiner Erstliga-Premiere.
Löwengebrüll – Stimmen zum Spiel
Markus Pütz: „Es ist so, dass ich diese Niederlage mit auf meine Kappe nehme. Ich habe einen Wechselfehler produziert. Das war in einer Phase, in der wir hätten rankommen können. Uns fehlte der Umschwung, das Unentschieden. Da ging Stuttgart dann wieder weg. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele technische Fehler gemacht. Ansonsten haben wir eine sehr gute Abwehrleistung gezeigt. Viele Sachen haben wir Stuttgart weggenommen. In der zweiten Halbzeit war Stuttgart immer diese zwei, drei, vier Tore vorne. Wir hätten eine Phase gebraucht, um näher dranzukommen. Dann wäre etwas möglich gewesen. Generell sind wir mit der Entwicklung zufrieden. Im letzten Jahr hatten wir keine Chance in Stuttgart. Jetzt haben wir gegen eine stärkere Stuttgarter Mannschaft gespielt und hatten das enge Spiel. Schade, aber das geht auf mich. Die Jungs haben sehr gut gekämpft, und am Ende gewinnt Stuttgart verdient.“
Misha Kaufmann: „Wir verwerfen 14 freie Bälle inklusive drei Siebenmetern. Das lässt den BHC am leben. Das ist das Gefährliche, weil der Gegner immer dran war. Und dann kam die Phase, in der man es auch in der Halle gemerkt hat, dass das Spiel kippen kann. Der BHC hat gute Torhüter-Paraden bekommen. Es war ein typisches erstes Spiel – irgendwie verkrampft, man steht sich selbst auf den Füßen. Deshalb sind wir froh über die beiden Punkte. Die sind wichtig und lösen sicher auch den Knoten ein bisschen.“
Fabian Gutbrod: „Es tut schon etwas weh, weil man sich natürlich wünscht, mit einem Sieg zu starten. Stuttgart wäre wohl schlagbar gewesen. Aber wir haben doch etwas zu viele technische Fehler in der ersten Halbzeit gemacht – gerade in den Sieben-gegen-Sechs-Situationen. Da haben wir drei Treffer ins leere Tor bekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir es im Angriff besser gemacht, aber die Kräfte schwinden auch ein wenig durch die Vielzahl der Zweikämpfe. Wir haben es leider verpasst, das Ergebnis enger zu stellen. Das Gefühl, dass etwas möglich ist, war die ganze Zeit da. Am Ende ist es ein bisschen unglücklich für uns, auch wenn der Sieg für Stuttgart in Ordnung geht. Sie haben fast die ganze Zeit geführt. Aber man hat unser Potenzial gesehen, und wir wissen, woran wir arbeiten müssen.“
TVB Stuttgart – Bergischer HC 30:29 (13:10)
TVB Stuttgart: Kornecki, El-Tayar – M. Häfner, Ahouansou, Lien (4), Heydecke, Mengon (3), Röthlisberger, Schmid, Matzken (4), Zieker (2), Meyer, K. Häfner (7/4), Donker (1), Nigg (5), Darmoul (4/1). Trainer: Misha Kaufmann
Bergischer HC: Rudeck, Van der Merwe, Oberosler – Becher (6), Da Rocha Viana, Steinhaus (4), Hangstein (7/3), Schöttle, Babak, Hilding (2), Babarskas (1), Bergner (2), Kooij, Wasielewski (3), Fuchs (4), Püttmann. Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
Schiedsrichter: Lucas Hellbusch und Darnel Jansen
Siebenmeter: 5/8 – 3/4
Zeitstrafen: 2 – 4 (Lien, Röthlisberger – Kooij (2), Wasielewski, Hangstein)
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