Ingewahrsamnahme am Fritz-Kühn-Platz / Schmuck weg nach Schockanruf

© Polizei NRW Media

Iserlohn. (ots) Nachdem sie eine Polizeibeamtin bedroht hatte, landete eine stark alkoholisierte 44-jährige Frau am Dienstagabend im Gewahrsam der Polizei.

Die Polizei wurde gegen 22.25 Uhr wegen eines lautstarken Streits zum Fritz-Kühn-Platz gerufen. Als die Beamten eintrafen, rannte der Mann weg. Die Frau schaffte es vermutlich aufgrund ihrer Alkoholisierung nicht hinterherzukommen und lief stattdessen immer wieder auf die Straße. Sie war nicht bereit, ihre Personalien zu nennen und verstand plötzlich kein Deutsch mehr. Als eine Polizeibeamtin sie auf Polnisch ansprach, bedrohte die Frau die Beamtin. Die stark alkoholisierte 44-Jährige wurde daraufhin fixiert und zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam genommen. Später entschuldigte sie sich. Sie bekam eine Anzeige wegen Bedrohung.

Eine 85-jährige Frau hat Betrügern am Dienstagabend Gold- und Silberschmuck von erheblichem Wert überreicht, vermeintlich als „Kaution“, um ihre Enkelin vor einem Gefängnisaufenthalt zu bewahren. Der Verlauf des Schockanrufs war klassisch: Am Nachmittag meldete sich eine weinende Frau bei der Seniorin. Es sei etwas Fürchterliches geschehen, leitete die schluchzende Anruferin das Gespräch ein. Dann übernahm eine angebliche Staatsanwältin das Telefonat. Die Enkelin habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Die angebliche Staatsanwältin forderte die Zahlung einer Kaution in Höhe von 50.000 Euro. Ansonsten müsse die Enkelin in Untersuchungshaft. Als die völlig verunsicherte Seniorin erklärte, dass sie nicht so viel Geld habe, fragte die Anruferin nach Schmuck. Sie wies die 85-Jährige an, allen Schmuck zusammenzusuchen und an der Haustür an einen Abholer zu übergeben. Der stand bereits draußen vor der Tür. Nachdem es einige Monate ruhiger war, erreichten in den vergangenen Tagen wieder zahlreiche betrügerische Anrufe die Menschen im Märkischen Kreis. Mehrmals waren sie erfolgreich. Deshalb warnt die Polizei noch einmal eindringlich vor Betrügern am Telefon. Die beiden häufigsten Varianten sind Schockanrufe wie in diesem Fall sowie Berichte über angebliche Einbrüche in der Nachbarschaft. Bei Letzterem melden sich falsche Polizeibeamte und bieten an, Wertgegenstände „in sichere Verwahrung“ zu nehmen. Nur so viel ist sicher: Ihr Geld oder ihren Schmuck dürften die Opfer nicht wiedersehen. Die Polizei stellt klar: Die von der angeblichen Staatsanwältin geforderte Kaution gibt es in Deutschland überhaupt nicht. Geben Sie am Telefon keine Auskunft über vorhandenes Vermögen! Lassen Sie sich nicht in ein Telefongespräch hineinziehen. Immer wieder berichten Opfer, dass sie eigentlich über die betrügerischen Anrufe bescheid gewusst hätten. Je länger ein solches Telefonat dauert (das können Stunden sein!), desto verwirrter werden die Opfer und desto leichter geben sie Ende nach. Deshalb lautet der wichtigste Rat: „Auflegen!“ Wer danach sicher gehen will, dass nicht doch etwas dran ist an einem solchen Anruf, der darf sich gerne an die echte Polizei wenden. Dazu am besten nach dem Auflegen ein paarmal tief durchatmen, um sicherzugehen, dass der vorhergehende Anruf definitiv beendet ist. Erst dann die 110 wählen! Auch danach gilt: Kein Geld an der Haustür übergeben! (cris)

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