
Essen. (PM Tusem) Der TUSEM Essen hat einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht.
Im letzten Heimspiel der Saison gelang ein 35:34 (21:18)-Sieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen, durch den die Mannschaft von Trainer Kenji Hövels den 16. Tabellenplatz in der 2. Handball-Bundesliga festigt.
Die Sporthalle „Am Hallo“ war zum Heimfinale ausverkauft. Trotz des heißen Wetters, kamen über 2500 Zuschauer nach Essen-Stoppenberg, um den TUSEM zum Heimsieg zu treiben. Und die Mannschaft legte stark los, mit viel Tempo im Angriff und einer stabilen Abwehr um Tom Wolf und Valentin Willner (Foto). Schnell lag der TUSEM mit 3:0 in Führung (4.), auch dank der Paraden von Torhüter Finn Knaack. Die Gäste brauchten etwas, um in die Begegnung zu finden, gingen das insgesamt hohe Tempo aber mit.
In einem intensiven und hart umkämpften Duell schenkten sich beide Teams keinen Zentimeter. Aber die HSG steigerte sich und war vor allem in Person von Oscar Gentzel immer wieder gefährlich. Seine wuchtigen und präzisen Abschlüsse aus dem Rückraum waren für die Essener Torhüter kaum zu parieren. Zudem wuselte sich auch Jaris Tobeler einige Male durch.
Der TUSEM hatte aber immer die richtigen Antworten parat. Nach schnellen Ballgewinnen ging es überfallartig auf das Nordhorner Tor zu, wo Felix Eißing, Tim Mast oder auch Tom Wolf kaum Chancen liegenließen und ihr Team somit in Führung hielten. Das 21:18 zur Pause war dementsprechend nicht nur hart erarbeitet, sondern auch hoch verdient.
Nach dem Seitenwechsel machte der TUSEM schwungvoll weiter. Die Zuschauer feierten jede gelungene Aktion und brachten die Atmosphäre zum Kochen. Nordhorn ließ jedoch zu keinem Zeitpunkt locker und wollte unbedingt den Auswärtssieg. Maximilian Lux war mit einigen Abschlüssen erfolgreich, zudem konnte Torwart Luca Tschentscher einige Würfe der Hausherren entschärfen. Nach dem zwischenzeitlichen 25:19 (35.) stand es plötzlich 27:27 (43.). Nun stand das Spiel auf des Messers Schneide und die Gastgeber drohten es aus der Hand zu geben.
Aber sie blieben nervenstark und kämpften sich zurück. Ballgewinne in der Abwehr, aber vor allem wichtige Paraden von Dominik Plaue in seinem letzten Heimspiel für den TUSEM, brachten die Essener wieder in Führung. Spannend blieb es dennoch, denn die Gäste stellten eine stabile Abwehr auf die Platte und blieben gefährlich. In einer packenden Schlussphase konnte sich am Ende das Team von Trainer Kenji Hövels knapp durchsetzen. Auch, weil seine Jungs es mit Köpfchen über die Zeit brachten und den letzten Angriff bis zur letzten Sekunde ausreizten. Großer Jubel bei den 2500 Fans über die wichtigen zwei Punkte im Abstiegskampf!
TUSEM verabschiedet im letzten Heimspiel einige Spieler
Nach dem Heimsieg blieb es auf der Platte emotional, denn der TUSEM verabschiedete einige seiner Spieler und Torwart-Trainer Dorian Wagner. Letzterer schließt sich dem HSC Coburg an, zudem werden Alexander Becker, Luis Buschhaus, Valentin Clarius, Jan Reimer und Dominik Plaue den Verein von der Margarethenhöhe verlassen. Von Geschäftsführer Jonathan Abbenhaus gab es noch herzliche Worte zum Abschied und großen Applaus der Fans.
„Es ging schon am Vorabend los mit der Überraschung meiner Frau. Sie hat es mit organisiert, dass mir viele Leute eine Videobotschaft zugeschickt haben. Da fing das Emotionale schon an. Ich bin auf jeden Fall auch unfassbar stolz auf die Mannschaft, weil der Druck immens hoch war. Und dann ein Spiel so über die Bühne zu bringen, haben wir uns die letzten Monate hart erarbeitet. Die Halle hat uns stark gemacht, alle haben alles gegeben. Wir haben einfach 60 Minuten an uns geglaubt und gekämpft. Das war der entscheidende Punkt, dass wir nicht aufgegeben haben“, sagte TUSEM-Torwart Dominik Plaue nach seinem letzten Heimspiel für die Essener.
Sein Trainer Kenji Hövels war ebenfalls erleichtert: „Ich liebe es, mit dieser Mannschaft zu kämpfen. Am Ende sind die Jungs immer da, wenn man sie braucht. Kampf und Wille haben uns stark gemacht. Aber auch inhaltlich war das gut. Wir standen gut in der Abwehr und haben ordentlich Tempo gemacht. In der zweiten Halbzeit tun wir uns schwer, aber dann kam der Glaube. Und wie Felix Mart das in der letzten Minute zu Ende gespielt hat, war sehr stark. Das macht er so erfahren wie ein 36-Jähriger. Wir haben einen großen Schritt gemacht, aber noch nicht den letzten.“
Sollte Konkurrent HSG Krefeld am Samstag (30. Mai) sein Heimspiel gegen TuS N-Lübbecke (18 Uhr) verlieren, würde der Klassenerhalt für den TUSEM feststehen. Die Essener müssen – unabhängig vom Spiel der Krefelder – in der Liga noch ein letztes Mal ran. Am 6. Juni geht es auswärts gegen den TuS Ferndorf. Anwurf in der Sporthalle Stählerwiese ist um 18 Uhr.
TUSEM Essen – HSG Nordhorn-Lingen 35:34 (21:18).
TUSEM: Knaack (4 Paraden), Plaue (7 P.); Becker (1), Mart (6/2), Göttler (3), Willner (4), Homscheid (1), Reimer (1/1), Eißing (3), Wolf (3), Neuhaus (5), Kostuj, Hejny (2), Mast (3), Werschkull, Schoss (3).
Nordhorn: van der Merwe (2 Paraden), Tschentscher (7 P.); Wilhelm (2), Gentzel (7), van Berlo, Lux (7/2), Marschall (3), Hüter (1), Zintel, Ruddat (4), Tobeler (6), Rajkovic, Sokolic, Erlingsson (4).
Schiedsrichter: Hartmann (Dortmund)/Hennekes (Gütersloh).
Siebenmeter: 3/5 – 2/2.
Strafminuten: 2 – 8.
Zuschauer: 2530 (ausverkauft).
! NEU ! Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer haben den WhatsApp-Kanal von Regional-Stimme.de abonniert. Melde dich jetzt an und erhalte regelmäßig aktuelle Nachrichten!
Regional-Stimme · Das gemeinsame Portal von Iserlohner-Nachrichten und Sport-Stimme Lokales, Regionales und Sport aus Iserlohn, dem Märkischen Kreis und NRW
